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24.05.2012
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Glanerbrug bei Gronau einer der Tatorte

Bericht über Missbrauch durch Redemptoristenpatres

Bonn / Gronau. Ein Missbrauchsbericht des Redemptoristenordens nennt 16 Patres, die zwischen 1949 und 1968 sowie vereinzelt bis in die 80er Jahre hinein Kinder misshandelten. In dem Papier, das der Katholische Nachrichtenagentur vorliegt, heißt es, neun der Patres hätten 28 Internatsschüler sexuell missbraucht.

Laut Bericht des Leverkusener Amtsgerichtsdirektors Hermann-Josef Merzbach, seit 2003 Missbrauchsbeauftragter des Ordens, gab es seit 1990 keine Fälle mehr. Der Bericht bezieht sich auf die Kölner Ordensprovinz, die 2005 mit der niederländischen, flämischen und Schweizer Provinz zusammenging. Als Tatorte nennt der Bericht Aachen, Bonn, Eltville, Hennef und den niederländischen Grenzort Enschede-Glanerbrug bei Gronau. Zudem gebe es einen ungesicherten Anhaltspunkt eine Missionsstation betreffend. Alle Fälle seien strafrechtlich verjährt.

Provinzial: Berichte "beschämend" für den Orden

Nach Ordensangaben handelt es sich nicht um einen Abschlussbericht, da sich weiter Opfer meldeten. Der Orden habe offensiv nach ihnen gesucht, alte Schülerlisten und Suchdienste bemüht. Zudem habe es drei moderierte Gespräche zwischen Opfern und Ordensverantwortlichen gegeben. Insgesamt hätten 89 ehemalige Schüler Auskunft gegeben. Ein im März 2010 vorgelegter erster Bericht listete sieben Täter und 15 Opfer auf.

Nach dem neuen Bericht fanden die meisten Taten zwischen 1950 und 1968 statt; die Rede ist von einem System vom Strafen und Belohung, Nachspionieren, Unterdrückung und Gewalt. Aufsicht habe gefehlt oder versagt. Für die damaligen Ordensverantwortlichen habe die Regel gegolten, dass Vorfälle nicht öffentlich wurden. Ihre Entscheidungen seien davon geprägt gewesen, den Orden zu schützen, nicht die Kinder. Nur in einigen Fällen, in denen nichts mehr zu verheimlichen war, sei das Prinzip der Vertuschung aufgegeben und der Täter versetzt worden. Für die Redemptoristen seien die Berichte "beschämend; bewusst aber wollen wir uns auch dieser dunklen Seite der Geschichte unserer Gemeinschaft stellen", sagte Provinzial Johannes Römelt.

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