
Der belgische Ordensmann und Bestsellerautor geistlicher Literatur, Phil Bosmans, ist jetzt im Alter von 89 Jahren gestorben.
Vitamine für das Herz: "Vergiss die Freude nicht"
Erfolgsautor Phil Bosmans gestorben
Mortsel. Seine Bücher sind Vitamine fürs Herz: Licht, Güte, Liebe - diese einfache Grundmelodie durchzieht die Texte des flämischen Ordensmannes und Erfolgsautors Phil Bosmans, der am Dienstag (17.01.2012) in einem belgischen Krankenhaus im Alter von 89 Jahren gestorben ist. Rund zehn Millionen Mal sind seine Bücher - ganz ohne große Marketingstrategie - weltweit verkauft worden, vor allem in den 1980er Jahren. Der Klassiker "Vergiss die Freude nicht" erzielte zahllose Auflagen und rund eine Million verkaufte Exemplare allein in Deutschland.
Nicht nur Christen hat der 1922 in Gruitrode in der belgischen Provinz Limburg geborene Ordensmann Mut zum Leben gemacht. Mit Titeln wie "Liebe wirkt täglich Wunder" oder "Blumen des Glücks musst Du selber pflanzen" wandte er sich an Menschen, die "ein Herz unter ihrer Jacke haben". Bosmans habe Botschaften "in fassbaren Portionen" transportiert, beschrieb einmal ein Lektor ein weiteres Erfolgsgeheimnis des Autors.
"Bund ohne Namen"
Bosmans war Volksmissionar. Als Absolvent einer Ordensschule trat er 1941 in den Orden des Wanderpredigers Grignion de Montfort ein und wurde 1948 zum Priester geweiht. Er ging in die Arbeiterstädte Nordfrankreichs, zu Menschen, die mit der traditionellen Sprache der Kirche und mit Bürgerlichkeit nichts anzufangen wussten. Ab 1950 beteiligte er sich an der Volksmission in Belgien, zog mit einer mobilen Kapelle über Land, hielt Predigten und Versammlungen, fand Zeit für Hausbesuche.
1954 dann die große Erschöpfung: Bosmans erlitt einen Zusammenbruch, hütete zwei Jahre lang das Bett. Die Ärzte schrieben ihn ab. Doch 1957 war er so weit wiederhergestellt, dass er eine Aufgabe angehen konnte, die sein Lebenswerk werden sollte: Nach einem Vorbild in den Niederlanden baute der Montfortaner in Antwerpen den "Bund ohne Namen" auf - eine überkonfessionelle Bewegung, die durch Wort und Tat die Liebe zu Gott und dem Nächsten im Alltag wiederbeleben will.
Meister der Spruchkarten
Der Montfortaner wurde zum Meister der Spruchkarten, brachte Aphorismen und Texte heraus, die Markenzeichen für eine Lebenshilfe aus dem Geist des Evangeliums wurden. Mit Radioansprachen und "Hebelkarten" - gedruckten Sinnsprüchen, die als geistiger Hebel dem Leben einen Impuls geben sollen - fing es an. Besondere Bekanntheit erlangte der Ordensmann aber durch die "Vitamine für das Herz": Nachdem Bosmans über ein Jahrzehnt eine Art Telefon-Mission betrieben hatte, erschien eine Auswahl der Texte in Buchform. Das Werk wurde ein Bestseller.
Doch Bosmans war nicht nur ein Meister des Wortes: Er gründete die erste soziale Anlaufstelle in Belgien für Strafentlassene und Arbeitslose ohne Unterstützung, dann ein Haus für wohnsitzlose Frauen. In Deutschland ging 1988 aus der Organisation "Freunde schaffen Freunde" ein deutschsprachiger "Bund ohne Namen" hervor.
"Gott hat meinen Terminkalender durchgestrichen"
1994 dann ein Schicksalsschlag: Durch einen Schlaganfall war Bosmans seitdem rechtsseitig gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. "Gott hat meinen Terminkalender durchgestrichen", kommentierte er seine Behinderung, die ihn jedoch nicht verbitterte. Er lebte in den folgenden Jahren in einem kleinen Zimmer im Montfortaner-Kloster im belgischen Kontich. Es hing voller Clown-Darstellungen, die Bosmans so sehr liebte.
Das Schreiben hatte der Erfolgsautor schon in den vergangenen Jahren fast ganz eingestellt. Allerdings wurden noch weiter unveröffentlichte Texte von ihm veröffentlicht. Seine Werke wurden in 26 Sprachen übersetzt, er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
"Mein letztes Wort: Dankbarkeit"
In der vergangenen Woche wurde der 89-Jährige mit einer schweren Bronchitis und Fieber in das Sankt-Josefs-Krankenhaus im belgischen Mortsel aufgenommen. Rasch wurde klar, dass sein Zustand unumkehrbar war.
Noch in den Dienstagsausgaben belgischer Zeitungen war zu lesen, dass jederzeit mit dem Abschied zu rechnen sein würde. "Mein letztes Wort: Dankbarkeit" heißt der Satz, mit dem Bosmans sich von der Öffentlichkeit verabschiedete. Ganz im Geist seines jahrzehntelangen Wirkens.
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Text: Christoph Arens,
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Herder-Buchcover
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