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24.05.2012
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Erneute Anschläge auf Christen

Menschenrechtler: Spirale religiöser Gewalt in Nigeria

Abuja / Göttingen. Nigeria droht angesichts islamistischer Anschläge gegen Christen nach Ansicht von Menschenrechtlern eine Spirale religiöser Gewalt. Die nigerianischen Sicherheitskräfte seien überfordert und könnten den Schutz der Menschen nicht garantieren, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag (09.01.2012) in Göttingen.

Das Misstrauen zwischen Christen und Muslimen nehme zu. Tausende christliche Ibo aus dem muslimischen Norden seien auf der Flucht, im Süden gehe die Migration muslimischer Haussa in den Norden weiter. "Nigeria droht eine Zerreißprobe. Das Land steht vor der schwersten Prüfung seiner Einheit seit dem Völkermord in Biafra vor mehr als 40 Jahren", sagte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius.

Mehr als 80 Tote seit Weihnachten

In der Nacht zu Samstag (07.01.2012) waren nach Medienberichten erneut 13 Menschen bei Anschlägen auf Kirchen und Läden von Christen getötet worden. Die Polizei macht die islamistische Sekte "Boko Haram" für die Taten verantwortlich. Seit Weihnachten sind bei Attentaten dieser Gruppierung in Nigeria mehr als 80 Christen ums Leben gekommen. Anschläge erfolgen nahezu täglich.

Der Vorsitzende der "Christlichen Vereinigung in Nigeria", Ayo Oritsejafor, warnte laut GfbV vor "ethnisch oder religiös begründeten Säuberungen" im Norden Nigerias. Unter den Christen herrsche Angst vor Angriffen der "Boko Haram", die in Nigeria das islamische Scharia-Recht einführen will. Christliche Sprecher kündigten an, ihre Gemeinschaften wollten weitere Gewalt nicht tatenlos hinnehmen und sich nun selbst gegen neue Übergriffe schützen. Nigerias Präsident Jonathan Goodluck, ein Christ, versetzte die Sicherheitskräfte in den nördlichen Bundesstaaten in höchste Alarmbereitschaft. Einige Provinzen wurden unter Ausnahmezustand gestellt, die Grenzen zu Niger und Kamerun geschlossen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedHilfswerk "Open Doors": Mehr Christen werden verfolgt (04.01.2012)
  2. undefinedEntsetzen nach Anschlägen in Nigeria (26.12.2011)

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, pd
09.01.2012

    1. Zwei Bombenanschläge in Nigeria

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