
Erzbischof Rainer Maria Woelki wird Kardinal.
Papst ernennt 22 neue Kardinäle
Erzbischof Woelki wird Kardinal
Berlin. Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki wird auch Kardinal. Das gab Papst Benedikt XVI. am Freitag (06.01.2012) in Rom bekannt. Zudem wird Prof. Pater Dr. Karl Josef Becker SJ, Dogmatikprofessor an der Päpstlichen Universität Gregoriana, in den Kardinalsrang erhoben. Die offizielle Ernennung findet am 18. Februar in Rom statt. Der 55-jährige Woelki ist dann der jüngste Kardinal der katholischen Kirche. Bislang war es der 58-jährige Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx. Bislang gibt es 192 Kardinäle, darunter 7 Deutsche. Papstwahlberechtigt sind 108. Das Kardinalskollegium ist das wichtigste Beratungsgremium des Papstes, die unter 80-jährigen Kardinäle wählen das Oberhaupt der katholischen Kirche.
Der gebürtige Kölner und frühere Kölner Weihbischof Woelki steht seit vergangenem August an der Spitze des Hauptstadtbistums. Er folgte Kardinal Georg Sterzinsky nach, der im Juni im Alter von 75 Jahren starb. Woelki wurde 1956 in Köln geboren und studierte in Bonn und Freiburg Theologie. Der Kölner Kardinal Joseph Höffner weihte ihn 1985 zum Priester. Fünf Jahre später ernannte ihn Kardinal Joachim Meisner zu seinem Geheimsekretär.
Wahlspruch: "Wir sind Zeugen"
1997 übernahm Woelki die Leitung des Bonner Theologenkonvikts Collegium Albertinum. 2000 wurde er an der "Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz" in Rom, die von der Gemeinschaft Opus Dei geleitet wird, mit einer Arbeit zur Bedeutung der Gemeinde im Gefüge der Kirche promoviert. Die Deutsche Bischofskonferenz wählte ihn im Herbst zu ihrem Caritas-Bischof, der in besonderer Weise für soziale Fragen zuständig ist. Woelkis bischöflicher Wahlspruch lautet: "Wir sind Zeugen".
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, gratulierte den neu ernannten Kardinälen zu ihrer hohen und ehrenvollen Auszeichnung. In einem Gratulationsschreiben an Erzbischof Woelki bezeichnete Zollitsch es als "außerordentliches Zeichen der Wertschätzung des Heiligen Vaters", dass er bereits nach so kurzer Zeit den Erzbischof von Berlin in den Kardinalsstand erhebt. "Gleichzeitig zeugt diese Auszeichnung von dem großen Vertrauen, das Du bei Papst Benedikt XVI. genießt. Die Berufung zum Kardinal ist zugleich eine besondere Würdigung für Dein Erzbistum, das in hervorragender Weise Gastgeber für den Heiligen Vater im September vergangenen Jahres war", so Zollitsch.
Hoch geschätzter Dienst
Erzbischof Woelki leiste für die Bischofskonferenz einen unverzichtbaren und der Kirche in Deutschland hoch geschätzten Dienst. "Der Berliner Erzbischof nimmt zugleich eine wichtige Funktion als Erzbischof der Hauptstadt wahr. In kürzester Zeit hast Du dort das Vertrauen der Gläubigen, aber auch vieler Vertreter des politischen und gesellschaftlichen Lebens gewonnen. Es ist gut, dass Berlin wieder einen Kardinal zum Erzbischof hat." Das Kardinalsbirett bringe die besondere Bedeutung des Metropolitansitzes Berlin zur Geltung und sei zugleich eine Auszeichnung für die ganze Kirche im Erzbistum, so Erzbischof Zollitsch.
Des Weiteren würdigte Erzbischof Zollitsch Pater Becker in einer Gratulation für die Auszeichnung, die die besondere Anerkennung „Ihrer Person und Ihres jahrzehntelangen theologischen Wirkens“ zeige. "Ihre wissenschaftliche Arbeit ist in besonderer Weise mit der Erforschung des Konzils von Trient und dessen Gnadenlehre verbunden", betonte Zollitsch. "Mit großer Präzision haben Sie vielen Studentengenerationen die entscheidenden Traktate der Theologie erschlossen und zugleich dem Apostolischen Stuhl in zahllosen Fragen als zuverlässiger Berater zur Verfügung gestanden."
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur, pd | Foto: pd
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