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24.05.2012
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Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. lud Führer der Weltreligionen nach Assisi ein.

Friedenstreffen auf Einladung des Papstes in Assisi

Religionsführer der Welt appellieren: "Nie wieder Krieg"

Assisi. Mit einem eindringlichen Appell zu Frieden und Gerechtigkeit ist am Donnerstagabend (27.10.2011) in Assisi in Mittelitalien ein Friedenstreffen der Weltreligionen zu Ende gegangen. Rund 300 Vertreter von zwölf Religionen und 31 christlichen Kirchen verurteilten jede Form von Terror und Gewalt.

Freiheit und Frieden könnten nur durch gegenseitiges Vertrauen garantiert werden, heißt es in dem zwölf Punkte umfassenden Aufruf. "Indem wir jede Gewaltanwendung und den Krieg im Namen Gottes oder der Religion verurteilen, verpflichten wir uns, alles Mögliche zu tun, um die Ursachen des Terrorismus zu beseitigen", lautet der erste Punkt der Erklärung.

"Nie wieder Gewalt und Terrorismus"

"Nie wieder Gewalt! Nie wieder Krieg! Nie wieder Terrorismus", rief Benedikt XVI. den rund 2.000 Gästen auf dem Vorplatz der Basilika San Francesco zu. Jede Religion müsse, "im Namen Gottes Gerechtigkeit, Frieden, Vergebung, Leben und Liebe" auf der Erde verbreiten.

Der Vertreter des Islam, Mulana Mohammed Zubair Abid, Präsident einer islamischen Organisation in Pakistan, verlas die Verpflichtung zu einem "aufrichtigen und geduldigen Dialog" zwischen den Religionen. In diesem dürfe es nicht um das gehen, was Religionen "wie eine unüberwindbare Mauer" trenne, sondern um ein besseres gegenseitiges Verständnis durch Anerkennung der Unterschiede. Zudem erklärten die Teilnehmer des Friedenstreffens, "einander Irrtümer und Vorurteile in Vergangenheit und Gegenwart zu verzeihen". Sie bekräftigten damit einen gleichlautenden um zwei Punkte kürzeren Appell des letzten Weltfriedenstreffens im Jahr 2002.

Erinnerung an erstes Treffen 1986

Der Papst sagte, das Treffen unterstreiche die Schlüsselfunktion, die die "geistliche Dimension" bei der Schaffung des Friedens habe. Die Pilgerfahrt habe einen brüderlichen Dialog ermöglicht, die Freundschaft vertieft und die Teilnehmer im Schweigen und Gebet zusammengeführt. Nach Abschluss der Zeremonie begaben sich der Papst und zahlreiche Teilnehmer zum Grab des heiligen Franziskus in der Krypta der Unteren Basilika von Assisi.

Das Friedenstreffen fand auf Einladung Benedikts XVI. statt und erinnerte an die erste derartige Begegnung vor genau 25 Jahren. Damals trafen sich die Religionsführer auf Initiative von Johannes Paul II. Erstmals nehmen jetzt auch vier Nichtglaubende teil. Mit Rücksicht auf religiöse Unterschiede gab es kein gemeinsam gesprochenes Gebet.

Papst: Scham über Gewalt von Christen

Zu Beginn des Programms in Assisi stand eine Rückschau auf das erste Friedenstreffen am 27. Oktober 1986 und Ansprachen mehrerer Religionsführer. Benedikt XVI. äußerte sich dabei auch selbstkritisch zur Geschichte des Christentums. "Auch im Namen des christlichen Glaubens ist in der Geschichte Gewalt ausgeübt worden. Wir bekennen es voller Scham", sagte er. Dies sei ein "Missbrauch des christlichen Glaubens" gewesen, der seinem wahren Wesen entgegenstehe.

Gewalt sei aber auch eine Folge der Abwesenheit Gottes und eines Verlusts an Menschlichkeit. "Das Nein zu Gott hat Grausamkeiten und eine Maßlosigkeit der Gewalt hervorgebracht, die erst möglich wurde, weil der Mensch keinen Maßstab und keinen Richter mehr über sich kennt, sondern nur noch sich selbst zum Maßstab nimmt", sagte der Papst. "Die Schrecknisse der Konzentrationslager zeigen in aller Deutlichkeit die Folgen der Abwesenheit Gottes."

Reden der Religionsführer

Dass Religion zu Gewalt motiviere, müsse alle religiösen Menschen tief beunruhigen, sagte Benedikt XVI. Auch der orthodoxe Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel mahnte Glaubensgemeinschaften, sich einer "Entstellung" ihrer Botschaft durch Gewalt zu widersetzen. Anglikaner-Primas Rowan Williams rief dazu auf, mit "leidenschaftlicher Entschlossenheit" die Welt zu überzeugen, dass Menschen nie Fremde sein dürften.

Der Generalsekretär der Internationalen Konferenz der islamischen Schulen, Kyai Haji Hasyim Muzadi, forderte bessere religiöse Bildung, um Gläubige gegen einen Missbrauch der Religion für politische Zwecke zu immunisieren. Rabbiner David Rosen, Vertreter des israelischen Großrabbinats, warnte davor, im Frieden nur eine pragmatische Notwendigkeit zu sehen. Die sich als Nichtglaubende bezeichnende Literaturwissenschaftlerin Julia Kristeva betonte die Rolle der Religionen für einen erneuerten Humanismus.

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Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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