
Eine neue Studie zu den Mitarbeitern der Telefonseelsorge ist erschienen.
Bischofskonferenz stellt neue Studie vor
Telefonseelsorger meist weiblich und kirchlich gebunden
Bonn. Weiblich, Kirchenmitglied und im mittleren Lebensalter – so sieht laut einer neuen Studie der typische Mitarbeiter der Telefonseelsorge in Deutschland aus. "Rund 80 Prozent gehören der katholischen oder evangelischen Kirche an. 2,9 Prozent bekennen sich zu einer anderen christlichen Konfession, 0,5 Prozent zu einer anderen Religion und 16,9 Prozent sind nicht religiös gebunden", zitiert die Deutsche Bischofskonferenz aus einer neuen Studie.
Demnach sind über 80 Prozent der ehrenamtlichen Mitarbeiter weiblich, nur jeder fünfte ist ein Mann. Über die Hälfte der Ehrenamtlichen befinden sich im Lebensalter zwischen 30 und 59 Jahren. Zwei Drittel verfügen über einen höheren Bildungsabschluss, darunter haben 51,7 Prozent einen Fachhoch- oder Hochschulabschluss sowie weitere 12 Prozent das Abitur.
Bischof Bode: Den Verwundeten zuwenden
"Die Telefonseelsorge macht überdeutlich, wie viele Menschen ein offenes Ohr benötigen. Jährlich wird sie von etwa zwei Millionen Suchenden in Anspruch genommen", sagte der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode. "Hinter dieser Arbeit steht das christliche Bild vom Menschen: Jeder Mensch ist wertvoll und zählt." Christen seien überzeugt, dass sie sich "gerade denen zuwenden müssen, die verwundet sind an Leib und Seele". Neben schweren persönlichen Erfahrungen sei es für viele auch belastend, dass sie in einer Welt der Erfolgreichen, Reichen und Schönen nicht mithalten könnten.
Rund 8.500 ehren- und 200 hauptamtliche Mitarbeiter arbeiten in 105 Telefonseelsorgestellen bundesweit sieben Tage die Woche. Die Anrufe (Tel. 0800 / 1110111 oder 0800 / 1110222) sind aus dem Fest- und allen Mobilfunknetzen kostenlos und werden von der Deutschen Telekom übernommen. Das ökumenische Angebot der evangelischen und katholischen Kirche gibt es seit 55 Jahren.
Für die Studie aus Anlass des Europäischen Jahres zum Freiwilligen Engagement wurden 2.145 ehrenamtliche Mitarbeiter der Telefonseelsorge befragt. Das Bundesfamilienministerium finanzierte die Untersuchung mit.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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