
Papst Benedikt XVI.
"Religiöse Überzeugung in glaubwürdiger Weise öffentlich bekennen"
Papst erlässt Motu proprio zum "Jahr des Glaubens"
Vatikanstadt. Papst Benedikt XVI. will mit einem "Jahr des Glaubens" einer "tiefen Glaubenskrise" in Kirche und Gesellschaft entgegenwirken. Das Themenjahr solle "eine Zeit der besonderen Besinnung und der Wiederentdeckung des Glaubens" werden, heißt es in dem Schreiben, mit dem der Papst am Montag (17.10.2011) die Eckpunkte seiner Initiative vorstellte.
Der Erlass, ein so genanntes Motu proprio, trägt den lateinischen Titel "Porta fidei" (Tür des Glaubens"). Darin hält er fest, die Christen kümmerten "sich mehr um die sozialen, kulturellen und politischen Auswirkungen ihres Einsatzes", während der Glaube keine selbstverständliche Voraussetzung mehr sei.
"Vollständig und mit erneuerter Überzeugung"
Als Beginn des Jahres setzte Benedikt XVI. den 11. Oktober 2012 fest, den 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Bis zum Ende des folgenden Kirchenjahres am 24. November 2013 sollten die Katholiken die Kenntnis der Glaubensinhalte vertiefen. Zugleich erinnert der Papst auf die Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche am 11. Oktober 1992.
Das Jahr solle "in jedem Gläubigen das Verlangen wecken, den Glauben vollständig und mit erneuerter Überzeugung" zu bekennen, heißt es in dem 18-seitigen Dokument. Es solle Katholiken ermutigen, ihre religiöse Überzeugung in glaubwürdiger Weise öffentlich zu bekennen. Der Glaube dürfe für Christen niemals nur eine Privatsache sein, hob der Papst hervor. Die grundlegenden Glaubensinhalte müssten wiederentdeckt und studiert werden. Der Katechismus der katholischen Kirche sei hierfür als "eine der wichtigsten Früchte des Zweiten Vatikanischen Konzils" ein "wertvolles und unentbehrliches Hilfsmittel".
"Intensiver über den Glauben nachdenken"
Zugleich ruft der Papst in seinem Motu proprio zu einem "überzeugteren kirchlichen Einsatz" auf, "um wieder die Freude am Glauben zu entdecken" und die Begeisterung für dessen Weitergabe wiederzufinden. Außerdem müsse "intensiver über den Glauben nachgedacht" werden, um den Christen ihre Zustimmung zum Evangelium bewusster zu machen. Damit jeder den Wunsch zur Kenntnis und Weitergabe des Glaubens verspüre, solle es während des Jahres in allen Kirchen der Welt sowie in Häusern und Familien Gelegenheit geben, den Glauben zu bekennen.
Zudem solle der Glaube verstärkt in der Liturgie gefeiert werden, insbesondere in der Eucharistie, betont der Papst. Diese sei "der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt". Während des Themenjahres müsse es auch einen Rückblick auf die Geschichte des Glaubens geben, so der Papst. In dieser spiegele sich "das unergründliche Geheimnis der Verflechtung von Heiligkeit und Sünde" wider. In dem Dokument betont er, dass in dem Glaubensjahr auch die Nächstenliebe verstärkt werden müsse. Konkrete Hinweise zur Ausgestaltung des Jahres werde die Glaubenskongregation demnächst formulieren, kündigte der Papst an.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Papst kündigt "Jahr des Glaubens" an (16.10.2011)
Dossier: Papst Benedikt XVI.
Kirche von A bis Z: Katechismus
Mehr zum Thema im Internet:
Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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