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24.05.2012
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Papst Benedikt.

Seit 60 Jahren Priester: Papst Benedikt.

"Stunde des Dankes an Gott für die Freundschaft"

Papst Benedikt hält Rückschau auf 60 Jahre Priesteramt

Vatikanstadt. Der 29. Juni, das katholische Hochfest Peter und Paul, ist in Rom ein Feiertag. Die Ewige Stadt gedenkt ihrer Patrone, der Apostelfürsten, auf die sich die Universalkirche stützt. Seit 31 Jahren feiert sie das Patronatsfest auch ökumenisch - mit einer hochrangigen orthodoxen Gastdelegation aus Konstantinopel. Diesmal aber kam noch eine weitere hochkarätige Feier hinzu: das diamantene Priesterjubiläum von Papst Benedikt XVI. Vor 60 Jahren, am 29. Juni 1951, wurde Joseph Ratzinger im Dom von Freising von Kardinal Michael Faulhaber zum Priester geweiht.

Zu Beginn der knapp dreistündigen Messe im festlich geschmückten Petersdom gab es Glückwünsche. Kardinaldekan Angelo Sodano gratulierte dem Papst und bekundete ihm die Verbundenheit der Bischöfe, der Priester und Gläubigen in aller Welt sowie vieler Menschen guten Willens. Und er dankte ihm für alles, was er für die Kirche zunächst in seiner Heimat und dann für die Universalkirche getan habe.

Erinnerung an Kardinal Michael Faulhaber

Auch Benedikt XVI. ging zu Beginn seiner Predigt bewegt auf das Ereignis vor 60 Jahren ein. Er erinnerte sich, wie bei der Weihezeremonie der greise Erzbischof Kardinal Michael Faulhaber "mit etwas brüchig gewordener und doch fester Stimme" den Neupriestern gesagt habe, dass sie "Freunde" Christi seien. Benedikt XVI. entfaltete aus diesem Wort, was für ihn der Dienst des Priesters und die Bevollmächtigung durch Gott bedeutet: die Beauftragung zum Sprechen und Handeln, die Feier der Eucharistie, die Verkündigung und die Auslegung der christlichen Botschaft für die Menschen. Für ihn sei es jetzt eine Stunde des Dankes an Gott für die Freundschaft, aber auch an die Menschen, die ihn geformt und begleitet hätten.

Rund 100 Kardinäle aus aller Welt und viele Bischöfe waren zum Patronatsfest und zum Jubiläum des Papstes in den Vatikan und in den überfüllten Petersdom gekommen. Die bronzene Petrusstatue rechts vorn im Mittelschiff war mit päpstlichen Paramenten, einem Chormantel und einer Tiara, bekleidet. Die Kirche Roms feiert sich und ihre Patrone, und sie verbindet das Fest stets mit einem universalkirchlichen Ritus.

40 Metropolitan-Erzbischöfe

Die in den vergangenen zwölf Monaten neu ernannten 40 Metropolitan-Erzbischöfe - die Leiter der Kirchenprovinzen - erhalten an diesem Tag das Pallium. Die in der Liturgie über dem Messgewand getragene weiße Wollstola mit schwarzen Kreuzen ist ein Zeichen der kirchlichen Leitungsverantwortung. Das Band aus Wolle erinnere an Christus, den guten Hirten, der jedem Menschen in Liebe nachgehe, unterstrich der Papst; und es erinnere zugleich an die "Einheit mit dem Apostel Petrus, dem Christus seine Herde anvertraut hat".

Das römisch-katholische Hochfest Peter und Paul ist seit 1979 Anlass für einen hochrangigen Besuch aus Konstantinopel. Diesmal führte Metropolit Emmanuel Adamakis von Frankreich die orthodoxe Delegation an. Schon am Vortag traf er mit dem Papst zusammen. Während der Papstmesse saßen die ökumenischen Gäste auf einem Ehrenplatz nahe dem Papstaltar. Zum Friedensgruß trat der Metropolit auf den Papst zu; beide Kirchenführer umarmten sich. Nach der Messe gingen beide zum Gebet ans Petrusgrab unterhalb des Papstaltars.

Katholisch-orthodoxer Dialog

In einer kurzen Botschaft vom Vortag wandte sich der Papst gegen Behauptungen, der katholisch-orthodoxe Dialog sei ins Stocken geraten. Die Geschwindigkeit, in der die Gespräche fortschritten, hänge jeweils von der Komplexität der diskutierten Themen ab. Sie erforderten eingehendes Studium, Nachdenken sowie eine gegenseitige Offenheit.

An der Feier im Petersdom nahm auch Prälat Georg Ratzinger (87) teil, der gemeinsam mit seinem Bruder zum Priester geweiht worden war. Er saß im Chorrock, gemeinsam mit den beiden Privatsekretären des Papstes, hinter den 40 neuen Erzbischöfen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er nicht konzelebrieren - wie die drei anderen Freisinger Priester des Weihejahrgangs 1951, die zur Zeremonie gekommen waren.

Den Rest des Jubiläumstages wollte Benedikt XVI. im Kreis der Päpstlichen Familie begehen. Am Freitag nimmt er dann an einem feierlichen Essen teil, dass der Kardinaldekan zu Ehren des Papstes im Apostolischen Palast gibt.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Papst Benedikt XVI.

Text: Johannes Schidelko, Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte  
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