
Ausschnitt aus einem Plakat zum 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag unter dem Motto "... da wird auch dein Herz sein".
Auch Bundespräsident und Kanzlerin kommen
Evangelischer Kirchentag wird am Mittwoch eröffnet
Dresden. Der Bundespräsident kommt, ebenso die Kanzlerin. Fünf Tage nutzen beim 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden auch Politiker das Forum der Riesenveranstaltung.
Sogar die Linkspartei ist bei dem Christentreffen mit der Bundestagsabgeordneten Petra Pau vertreten. Von Mittwoch (01.06.2011) bis Sonntag werden die Spitzenpolitiker ihre Botschaften bei Podiumsdiskussionen oder Bibelarbeiten statt im Bundestag verkünden. Ihr Publikum werden sie finden. Rund 110.000 Dauerteilnehmer werden zu den etwa 2.300 Veranstaltungen erwartet.
Erfahrungen des Katholikentags helfen nur bedingt
Für die sächsische Landeshauptstadt, die zum ersten Mal Gastgeber eines evangelischen Kirchentags ist, eine große logistische Herausforderung. Schließlich gehören rund 80 Prozent der etwa 517.000 Dresdner keiner Kirche an, nur 15 Prozent sind evangelisch und 4 Prozent katholisch. Die Erfahrungen des Katholikentags von 1994 helfen nur bedingt. Mit 33.000 Dauerteilnehmern hatte er deutlich kleinere Dimensionen.
Die erste Feuerprobe haben die Veranstalter aber bereits bestanden: 12.000 Privatquartiere stellten die Dresdner für die Kirchentagsgäste bereit. Das Leitwort des Treffens ist "... da wird auch dein Herz sein" (Matthäus 6,21). Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt hatte bereits frühzeitig versprochen, dass er unter allen evangelischen Kirchentagen am stärksten ökumenisch geprägt sein werde.
Katholische Kirche als Partner
Der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, bestätigt, dass die Kirchentagsplaner schon früh auf die katholische Kirche zugingen. "Wir waren dort immer recht gern gesehen", so Reinelt. Als Beispiel ökumenischer Offenheit führt der Bischof an, dass er bei einem der drei Eröffnungsgottesdienste mit am Altar steht. An Christi Himmelfahrt wird er bei einem Gottesdienst im Dresdner Fußballstadion predigen. Geradezu begeistert ist er, dass bei einem der Auftaktgottesdienste auf den Elbwiesen die protestantische Frauenkirche und die katholische Kathedrale im Hintergrund zu sehen sind.
Die katholische Kirche kann sich als selbstverständlicher Partner sehen, deren Gemeinden auch viele Veranstaltungsorte stellen. Anders als beim 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 in München zugesagt, beschäftigen sich jedoch nur wenige Foren direkt mit dem Thema Ökumene. So gibt es auf dem traditionellen "Markt der Möglichkeiten" zwar einen großen Bereich "Gelebte Ökumene". Lediglich ein großes Podium ist dem Thema aber ausdrücklich gewidmet: Unter dem Titel "Alternativlos: Ökumene! Hoffnung für Kirche und Gesellschaft" kommen am Samstag der griechisch-orthodoxe Metropolit Augostinos, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, im Kulturpalast zusammen.
Was Dresden bietet
Auf zwei Auftritte kommt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück. Zudem gibt es eine Veranstaltung zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Während der Ökumene kein eigenes Kirchentagszentrum gewidmet ist, gibt es je ein Zentrum "Juden und Christen" sowie "Muslime und Christen" mit Angeboten über die Dauer des Kirchentags. Auch für die Zeit zwischen den Veranstaltungen hat das berühmte "Elbflorenz" viel zu bieten.
Zwar wurde Dresden 2009 wegen des Baus einer neuen Elbbrücke der Welterbetitel aberkannt. Restaurierung und Rekonstruktion der Altstadt bieten auch Dresden-Kennern aber manches Neue: Am bekanntesten sind neben Frauenkirche und Kathedrale die Semperoper und der Zwinger, der als Ort für königliche Feste sowie Kunstausstellungen errichtet wurde. Das so genannte Grüne Gewölbe bietet Kunstschätze von Weltrang. Für moderne Architektur steht die vor zehn Jahren fertig gestellte neue Synagoge.
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Text: Birgit Wilke und Norbert Zonker,
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: pd
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