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24.05.2012
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20-minütige Audio-Video-Schaltung

Papst sprach mit Astronauten der ISS

Vatikanstadt. Papst Benedikt XVI. hat der Besatzung der internationalen Raumstation ISS für ihren Einsatz zum Wohl der Menschheit gratuliert und gedankt. Bei einer Live-Schaltung am Samstagmittag (21.05.2011) wünschte er den zwölf Astronauten Erfolg bei ihrer großen Mission, die im Dienst der Wissenschaft, der internationalen Zusammenarbeit, eines echten Fortschritts und des Friedens auf der Welt stehe. Während der 20-minütigen Audio-Video-Schaltung legte die Raumstation, die in 400 Kilometern Höhe um die Erde kreist, mehr als 8.000 Kilometer zurück.

Die Menschheit erlebe derzeit einen äußerst raschen Fortschritt in Wissenschaft und Technik, sagte der Papst. "Ihr seid dabei unsere Vertreter an vorderster Front", um neue Räume und Möglichkeiten für die Zukunft jenseits der alltäglichen Begrenzungen zu erkunden, begrüßte Benedikt XVI. die Astronauten. Er äußerte die Hoffnung, dass die Erkenntnisse der Raumfahrt der ganzen Menschheit zugutekämen. - Anlass für die Schaltung ins All, die um 13.11 Uhr begann, war die letzte Mission des Space Shuttle Endeavour, die am vorigen Mittwoch an der ISS, an deren Bord sich derzeit auch zwei Italiener befinden, angedockt hatte.

Nach einem kurzen Grußwort erkundigte sich der Papst bei den Astronauten über ihre Eindrücke und Erfahrungen bei ihrem Flug hoch über der Erde. Er sprach über den Beitrag, den die Wissenschaft für das friedliche Zusammenleben der Menschen auf der Erde leisten könne, und äußerte sich zur Verantwortung für die Umwelt und das Überleben der künftigen Generationen. Und er brachte die Frage nach den Ursprüngen von Universum und Menschheit und nach einem Schöpfergott ins Gespräch. Dabei verwies er auf eine Medaille mit Michelangelos Schöpfungsdarstellung, die er dem italienischen Astronauten Roberto Vittori vor der Mission gegeben hatte und die er nach dessen Rückkehr als Andenken an diese denkwürdige Konversation aufbewahren werde.

Schließlich sprach Benedikt XVI. dem zweiten Italiener, Paolo Nespoli, seine Anteilnahme zum Tod seiner Mutter aus, die in diesen Tagen verstorben war. Nespoli dankte dem Papst. "Wir sind derzeit außerhalb der Welt, schauen über sie, sind aber mit der Erde verbunden." Und seine Kollegen hätten ihn nach der traurigen Nachricht unterstützt.

Die internationale Zusammenarbeit in der ISS sei ein Beleg dafür, dass man gemeinsam Vieles voranbringen und erreichen und so auch einen Beitrag für den Frieden auf der Erde leisten können, antwortete ein Astronaut dem Papst. Ein anderer verwies darauf, wie dünn und empfindlich die Atmosphäre um die Erde sei. Es sei ein "blauer Planet mit einer zarten Schicht, den man von oben aus die ganzen Zeit anschauen will". Für deren Schutz müsse die Menschheit gemeinsam eintreten.

Für das Gespräch von Papst und Astronauten war über das Kontrollzentrum im amerikanischen Houston eine Audio-Video-Verbindung zwischen der päpstlichen Privatbibliothek und der ISS geschaltet worden. Neben dem Papst standen bei der 20-minütigen Unterredung auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter und der Präsident der italienischen Raumfahrtbehörde Enrico Saggese, die ihm zusätzliche Informationen gaben. Reiter präsentierte den Papst die Crew in der Raumstation, die sich anschließend einzeln vorstellte. Der Papst sei bei der 20-minütigen Schaltung "sehr interessiert und bewegt" gewesen, berichtete Reiter anschließend gegenüber Journalisten.

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