
Papst Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI.:
Glauben und Wissenschaft kein Gegensatz
Vatikanstadt. Die christliche Weltsicht widerspricht nach Worten von Papst Benedikt XVI. keinesfalls der Wissenschaft und den Errungenschaften des menschlichen Geistes. Vielmehr sei der christlichen Glaube für sie Horizont der Sinnfrage, Weg zur vollen Wahrheit und Leitfaden einer echten Entwicklung.
Ohne eine Ausrichtung auf Wahrheit hin zerbröckele jede Kultur, zerfalle in einen Relativismus und verliere sich in Oberflächlichkeiten, sagte der Papst am Samstag (21.05.2011) vor Dozenten und Studenten der Universita Cattolica del Sacro Cuore. Die Herz-Jesu-Universität, die größte katholische Universität Europas mit Sitz in Rom und Mailand, begeht in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen.
Die Frage nach der Wahrheit und dem Absoluten sei nichts Abstraktes, und sie sei nicht weit vom Alltag entfernt, unterstrich der Papst. Sie bilde vielmehr die Kernfrage, von der es radikal abhänge, ob jemand den Sinn der Welt und des Lebens finde.
Benedikt XVI. bedauerte die "fortschreitenden Abnutzungserscheinungen" der "humanistischen Kultur". Heute spiele "Produktivität" gerade im Bereich von Technik und Wirtschaft eine immer größere Rolle. Der menschliche Horizont werde auf das "Messbare" eingeengt, die Sinnfrage werde ausgeklammert. Und erst recht versuche die gegenwärtige Kultur die Religion aus dem Bereich der Vernunft zu verdrängen und sie in die Privatsphäre abzuschieben.
Demgegenüber betonte der Papst, dass das Welt- und Menschenbild des Evangeliums kulturelle, humanistische und ethische Energien freisetze. Das Wissen des Glaubens erleuchte das Suchen des Menschen und entreiße es einem Denken des Kalküls.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
23.05.2011
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