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24.05.2012
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Studie:

Kinderarmut offenbar geringer als angenommen

Hamburg. Der Anteil armer Kinder in Deutschland ist nach einer neuen Studie offenbar weit geringer als bisher angenommen. Wie die "Financial Times Deutschland" am Freitag (06.05.2011) berichtete, mussten entsprechende Statistiken des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) massiv nach unten korrigiert werden.

Statt bei 16,3 Prozent, wie 2009 von der Industrieländerorganisation OECD aufgrund von DIW-Daten vermeldet, lag sie nur bei zehn Prozent. Aktuell liege sie bei 8,3 Prozent. Die Kinderarmut war demnach nie höher als der OECD-Schnitt von 12,3 Prozent, sagte der zuständige DIW-Experte Markus Grabka der FTD.

Einfluss auf Wahlkampf

Die Zahl 16,3 Prozent veröffentlichte die OECD laut Zeitung 2009 in ihrem Bericht "Doing Better for Families" drei Wochen vor der Bundestagswahl. Sie sorgte für enormes Aufsehen und führte zu neuen Diskussionen und Versprechen im Wahlkampf. Nach der Wahl drehte sich die erste Debatte der schwarz-gelben Regierung um ein Plus beim Kindergeld. Geplant war zunächst eine Erhöhung von 164 auf 200 Euro, beschlossen wurden dann 20 Euro mehr pro Kind und Monat. Die Anhebung kostet den Staat jedes Jahr 4 Milliarden Euro.

Das DIW führt mit dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) eine der landesweit wichtigsten Untersuchungen für soziale Aussagen durch. Dafür werden regelmäßig Tausende Haushalte ausführlich befragt. Die SOEP-Daten sind die Grundlage für die Berichte der OECD. Als arm gilt eine Familie demnach, wenn ihr Haushaltseinkommen weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens beträgt.

"Messfehler behoben"

Die Korrekturen waren laut Grabka notwendig, weil immer mehr Befragte Auskünfte verweigern. "In den 11.000 befragten Haushalten hat sich die Zahl derjenigen, die nicht antworten, vergrößert. Die Bereitschaft der Teilnehmer mitzumachen sinkt seit 2000." Vor allem bei Familien mit mehreren Verdienern aber haben die Statistiker große Schätzprobleme, wenn Einkommensangaben unvollständig sind. "Diesen Messfehler haben wir behoben", sagte Grabka. Das DIW hat die Hochrechnung fehlender Daten sowie die Gewichtung verändert.

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