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24.05.2012
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Umfrage:

Vertrauen in die Kirche wieder leicht gewachsen

Allensbach. Erstmals seit der Welle von Medienberichten über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche scheint das Vertrauen in Kirche wieder leicht zu steigen. Das legt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach nahe.

Allerdings liegen die Zustimmungswerte noch immer deutlich unter dem Niveau vor der Missbrauchskrise, wie Michael Sommer vom Institut für Demoskopie Allensbach am Mittwoch (04.05.2011) auf Anfrage erläuterte. "Es ist noch zu früh, von einer Trendumkehr zu sprechen."

Antworten auf moralische Probleme und Nöte

In einer repräsentativen Befragung gaben demnach im Februar 2011 37 Prozent der Befragten an, sie vertrauten darauf, dass die Kirche Antworten auf moralische Probleme und Nöte des Einzelnen geben könne. Im Juni 2010, auf dem Höhepunkt der Debatten um Missbrauch durch Kleriker, war der Wert auf 30 Prozent zurückgegangen. Fünf Jahre zuvor hatten noch 45 Prozent der Befragten der Kirche Vertrauen und Kompetenz in diesem Bereich zugesprochen.

Den nun wieder leicht steigenden Trend sehen die Meinungsforscher auch als Folge des Rückgangs der medialen Berichterstattung über Missbrauch. "Der Aufregungszyklus auf der Hochphase der Berichte über Missbrauch durch Geistliche scheint vorbei", so Sommer. Er äußerte die Vermutung, dass die Zustimmung zur katholischen Kirche bald wieder auf das Niveau vor Beginn der Missbrauchskrise steigen könne.

Ansehen und Vertrauen in Geistliche

Allerdings ist die Datenlage nicht eindeutig. So sank beispielsweise das öffentliche Ansehen und Vertrauen in Geistliche und Pfarrer in der Umfrage von Februar auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Befragungen im Jahr 1966. Nur noch 28 Prozent der Deutschen zählten den Pfarrer zu den Berufen, denen sie besondere Achtung entgegenbringen. Vor drei Jahren sprachen noch 39 Prozent mit Hochachtung vom Pfarrberuf.

Diesem allgemeinen schlechten Wert steht laut Sommer zugleich der seit mehreren Jahren relativ konstante Befund gegenüber, dass das persönliche Vertrauen in den Pfarrer vor Ort mit rund 70 Prozent weiterhin hoch bleibe.

Misstrauen in die kirchliche Aufarbeitung

Zugleich geht aus der Befragung vom Februar 2011 ein starkes Misstrauen in die kirchliche Aufarbeitung von Missbrauchsfällen hervor: So sagten 68 Prozent, sie glaubten nicht, dass sich die Kirche ernsthaft um eine Aufklärung bemüht habe. Unter Katholiken lag der Anteil der Skeptiker bei 56 Prozent. 29 Prozent der Katholiken meinten, die Kirche habe die Fälle ernsthaft aufgearbeitet; unter der Gesamtbevölkerung waren nur 16 Prozent dieser Ansicht.

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Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
04.05.2011

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