Katastrophenhilfe für Erdbebenopfer läuft an
Papst betet für Tsunami-Opfer
Vatikanstadt/Tokio/Freiburg. Papst Benedikt XVI. hat für die Opfer des Tsunami in Japan gebetet. Beim Angelusgebet am Sonntag (13.03.2011) auf dem Petersplatz bekundete er dem japanischen Volk seine Verbundenheit. Der getroffenen Nation sprach er Anerkennung aus für den Mut und die Würde, mit der sie die Situation meistere. Zugleich rief er international zur Hilfe für die Opfer auf.
Unterdessen stellte der für humanitäre Hilfe zuständige Päpstliche Rat "Cor Unum" 150.000 US-Dollar (108.000 Euro) zur Verfügung, wie der vatikanische Botschafter in Tokio, Erzbischof Alberto Bottari de Castello, am Wochenende mitteilte. Bereis am Freitag hatte Benedikt XVI. seine Nähe zu den Opfern, deren Angehörigen und den Katastrophenhelfern bekundet und ihnen sein Gebet zugesagt.
Caritas-Nothilfe
Die Caritas Japan hat mit der Nothilfe in der vom Tsunami getroffenen Region von Sendai begonnen. Außerdem bereitet sie sich auf die Unterstützung von Menschen vor, die vor dem Reaktorunfall bei Fukushima auf der Flucht sind. Eine Schwierigkeit liege darin, ein genaues Bild der Lage zu bekommen, sagte Daisuke Narui, Direktor des katholischen Hilfswerks, am Sonntag.
Für diesen Sonntag rief die katholische Kirche Japans ihre rund 500.000 Mitglieder zu einer Solidaritätsaktion auf. Wie Caritas-Direktor Narui sagte, sollen die Spenden den besonders Hilfsbedürftigen wie Alten, Kranken, Behinderten und Obdachlosen zugutekommen.
Zusammengebrochene Telefonnetze
Besonders schwer betroffen sind nach Informationen von Caritas international die Bistümer Sapporo, Sendai, Saitama und Tokio im Nordosten des Landes. Erschwert werde die Hilfe weiterhin durch zusammengebrochene Telefonnetze, teilte die Hilfsorganisation in Freiburg mit.
Im Bistum Saitama würden derzeit Freiwillige der katholischen Kirchengemeinden registriert, die ihre Hilfe für die Versorgung der Erdbebenopfer angeboten haben, hieß es weiter. In Tokio wurden Gebäude der Pfarrgemeinde für Pendler, die nach dem Beben die Stadt nicht verlassen konnten, als Notunterkunft umfunktioniert. Caritas international hat für die Aktivitäten der Caritas Japan bislang 50.000 Euro zur Verfügung gestellt; weitere 25.000 Euro stellt Malteser International bereit.
Bergung von Überlebenden
"Die Telefonkommunikation mit betroffenen Regionen wie Sendai ist derzeit fast unmöglich", erklärte Narui. In vielen Gegenden seien auch Internetverbindungen sowie die Strom- und Wasserversorgung zusammengebrochen. Mindestens 280.000 Menschen seien in 1.610 Notlagern untergebracht. Wichtigste Aufgabe der Helfer vor Ort sei jedoch die Bergung von Überlebenden. "Viele Menschen sind noch von der Außenwelt abgeschnitten oder unter den Trümmern ihrer Häuser verschüttet", sagte Narui.
Für das Katastrophenmanagement nach dem Reaktorunfall sei zunächst die Armee zuständig, so Narui weiter. Caritas Japan bereite sich aber darauf vor, in einer späteren Phase Hilfe zu leisten. Über zerstörte Kirchen und kirchliche Einrichtungen liegen laut dem Caritas-Direktor noch keine Informationen vor. Er rechne aber mit erheblichen Schäden. Ein Priester sei durch die Flutwelle umgekommen, sagte Narui.
Dankbar für die internationale Unterstützung
Bischof Isao Kikuchi, Präsident der japanischen Caritas, äußerte sich unterdessen dankbar für die internationale Unterstützung. "Wir haben so viele E-Mails mit Worten des Gebets und Hilfsangeboten aus aller Welt bekommen. Wir sind sehr dankbar für diese Solidarität", schrieb er in einer Pressemitteilung.
Deutsche Bischofskonferenz bekundet Mitgefühl
Die Deutsche Bischofskonferenz sprach den Opfern des Erdbebens und des Tsunamis in Japan ihr Mitgefühl und ihre Solidarität ausgesprochen. "Mit großer Betroffenheit habe ich Kenntnis von dem schrecklichen Erdbeben und dem dadurch ausgelösten Tsunami in Ihrem Land erhalten. Ich verneige mich in tiefer Trauer vor den Opfern dieser tragischen Katastrophe", schrieb der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, am Freitag in Bonn in einem Brief an den Vorsitzenden der Japanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Okada Peter Takeo.
"Die Überlebenden brauchen in den kommenden Wochen und Monaten dringend unsere geschwisterliche und großherzige Hilfe", heißt es weiter. Er bitte die Gläubigen in Deutschland, die japanische Kirche und alle von der Katastrophe betroffenen Menschen mit Gebeten, aber auch mit finanziellen Mitteln zu unterstützen, so Zollitsch.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
14.03.2011
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