
Wie die Evangelien von Sprache und Bildern aus der Umwelt Jesu bestimmt waren, so müsse man heute Symbole und Metaphern prägen, die die Menschen erreichten und ihnen die Botschaft vom Reich Gottes vermittelten, so der Papst.
Papst Benedikt:
Kirche muss Sprache der digitalen Ära erlernen
Vatikanstadt. Papst Benedikt XVI. hat an Kirche und Gesellschaft appelliert, der Veränderung von Sprache und Denken infolge der Digitalisierung mehr Rechnung zu tragen. Die neuen Technologien hätten nicht nur die Kommunikation verändert, sondern lösten auch breite kulturelle Verschiebungen aus, sagte der Papst vor der Vollversammlung des Päpstlichen Medienrats. Daher sei eine verstärke Reflexion über die Entwicklungen und Veränderungen von Sprache dringend erforderlich, so der Papst. Der Medienrat befasst sich bei seinem eröffneten Treffen mit dem Thema "Sprache und Kommunikation".
Den Vorteilen der neuen Kommunikation durch Computer, Internet und Handy stünden manche Risiken gegenüber, gab der Papst zu bedenken. Dazu gehörten Oberflächlichkeit in den zwischenmenschlichen Beziehungen, ein Verlust an Innerlichkeit, Flucht in Gefühlsbetontheit, Vorrang für die vorherrschende Meinung statt Wunsch nach Wahrheit.
Neue Art von Verstehen und von Denken
Im Zuge der Digitalisierung entwickele sich aber auch eine neue Art von Verstehen und von Denken, mit enormen Chancen für die Kommunikation und das Knüpfen von Beziehungen, sagte der Papst in seiner Rede. Die neuen Sprachen förderten mehr intuitive und emotionale Fähigkeiten statt analytische. Sie beinhalteten eine andere Logik des Denkens und der Beziehung zur Realität; Bilder und Hyperlinks spielten hier eine besondere Rolle. Damit verschwimme zunehmend auch der Unterschied zwischen dem geschriebenen und gesprochenen Wort.
Diese Veränderungen hätten auch Folgen für die Vermittlung der christlichen Botschaft, unterstrich der Papst. Wie die Evangelien von Sprache und Bildern aus der Umwelt Jesu bestimmt waren, so müsse man heute Symbole und Metaphern prägen, die die Menschen erreichten und ihnen die Botschaft vom Reich Gottes vermittelten, so der Papst.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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