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24.05.2012
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Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. empfing eine Delegation der lutherischen Kirche.

Treffen mit deutschen lutherischen Spitzenvertretern

Papst für ökumenisches Reformations-Gedenken 2017

Vatikanstadt. Benedikt XVI. ruft Katholiken und Lutheraner zum ökumenischen 500-Jahr-Gedenken der Reformation 2017 auf. Dies solle nicht in einer triumphalistischen Feier erfolgen, sondern im gemeinsamen Gebet und in der Bitte um Vergebung für einander angetanes Unrecht und für die Schuld an den Spaltungen, sagte der Papst am Montagabend (24.01.2011). Zur "Reinigung des Gewissens" gehöre auch der gegenseitige Austausch über die gemeinsamen 1.500 Jahre vor der Reformation.

Benedikt XVI. kam im Vatikan mit Spitzenvertretern der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zusammen. Er appellierte an die getrennten Christen, weitere Schritte auf die ersehnte Einheit hin zu gehen und nicht bloß im Erreichten zu verharren.

Ökumenisch viel erreicht

Trotz weiter bestehender theologischer Differenzen habe man im offiziellen Dialog zwischen Lutheranern und Katholiken in den vergangenen 50 Jahren viel erreicht. Diese Erfolge sollten die Zuversicht stärken, den Dialog weiterzuführen. Für die katholische Kirche sei die Verpflichtung zur Ökumene keine bloße Kommunikationsstrategie, sondern eine "Grundverpflichtung".

Der lutherische Leitende Bischof Johannes Friedrich äußerte in seinem Grußwort Dankbarkeit, dass die VELKD seit vielen Jahren mit den römisch-katholischen Brüdern und Schwestern den "vom Herrn gebotenen Weg hin zur Einheit" habe gehen können. Er schloss die Hoffnung an, dass die vielen ökumenischen Texte in der Praxis von den Kirchen umgesetzt würden, auch mit Blick auf die Abendmahlfeier.

Wunsch nach Fortschritten beim Abendmahl

Friedrich verwies auf das unterschiedliche Eucharistieverständnis der Kirchen und wünschte, dass "die theologischen Annäherungen in der Abendmahlslehre bald auch zu Fortschritten im praktischen Vollzug führen". Weiter bat er den Papst und die katholische Kirche um "verlässliche Absprachen für den gemeinsamen Eucharistieempfang konfessionsverbindender Ehepartner". Schließlich lud er ihn ein, bei den Planungen für das Jubiläum 2017 mitzuwirken.

Benedikt XVI. wandte sich entschieden gegen Einschätzungen, das gemeinsame Ziel der vollen und sichtbaren Einheit der Christen habe sich wieder entfernt. Er teile die Ansicht vieler Christen, dass die Partner die Früchte der ökumenischen Arbeit vor allem mit Blick auf das Kirchen- und Amtsverständnis noch nicht genügend rezipiert hätten.

Konsens beim Lebensschutz erwünscht

Zugleich mahnte Benedikt XVI. einen Konsens unter den Kirchen in Fragen des Lebensschutzes an. Fragen der Würde des menschlichen Lebens oder von Familie, Ehe und Sexualität dürften nicht verschwiegen oder übergangen werden, "nur um den bisherigen ökumenischen Konsens nicht zu gefährden", so der Papst. Es wäre bedauerlich, wenn sich "bei diesen wichtigen Lebensfragen neue konfessionelle Differenzen herausstellen würden".

Friedrich betonte, die VELKD wolle 2017 nicht als Jubeljahr feiern. "Wir Lutheraner sollten die Zeit bis 2017 vielmehr nutzen, auch die schmerzlichen Folgen der Reformation – den Bruch der Einheit der westlichen Kirche – im Blick zu halten." Der Leitende Bischof äußerte die Hoffnung, dass es in der katholischen Kirche "zu einer erneuten Auseinandersetzung mit der Person und vor allem der Theologie Martin Luthers" komme; an deren Ende könnte "eine kritisch-konstruktive Würdigung seines reformatorischen Wirkens aus römisch-katholischer Sicht stehen".

Man sei sich bewusst und wolle respektieren, "dass die römisch-katholischen Lehrüberzeugungen im Amts- und Kirchenverständnis im Moment nicht eine generelle eucharistische Gastfreundschaft zulassen", unterstrich der Bischof. Gleichzeitig bleibe die VELKD jedoch der eigenen Überzeugung treu, "dass es bereits jetzt möglich und geboten ist, bei evangelisch verantworteten Abendmahlsfeiern alle getauften Christen zum Tisch des Herrn einzuladen".

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