
Präses Nikolaus Schneider.
EKD-Chef Schneider appelliert an katholische Bischofskonferenz
Abendmahl für konfessionsverschiedene Ehen
Bad Neuenahr. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat an die katholische Kirche appelliert, konfessionsverschiedene Eheleute zum gemeinsamen Abendmahl zuzulassen. "Ich bitte die Deutsche Bischofskonferenz, für konfessionsverbindende Ehepaare eucharistische Gemeinschaft zu ermöglichen", sagte der Präses der rheinischen Landeskirche bei deren Synode am Montagabend (10.01.2011) in Bad Neuenahr. Dadurch würde lediglich das nachvollzogen, "was in der Kirche Jesu Christi für diese Familien schon Realität ist und was deshalb zu Recht auch in vielen Gemeinden gelebt wird".
Konfessionelle Unterschiede müssten nicht kirchentrennend sein, sagte Schneider mit Blick auf die unterschiedlichen Richtungen innerhalb des Protestantismus. "Lebendige Vielfalt in dem einen Glauben muss nicht trennen, sondern führt gemeinsam an den Tisch des einen Herrn. Viele Kirchen in der Ökumene haben damit gute Erfahrungen gemacht, und wir laden herzlich und beharrlich alle ein, diese Erfahrung zu teilen."
Am Sonntag (09.01.2011) hatte sich der Ökumene-Beauftragte des Bistums Essen, Gerd Lohaus, gegen ein gemeinsames Abendmahl von evangelischen und katholischen Christen zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. Die Unterschiede in den theologischen Auffassungen könnten nicht einfach übersprungen werden, sagte er vor der Landessynode. "Die Mahlgemeinschaft muss Folge, nicht Mittel einer kirchlichen Gemeinschaft sein". Kircheneinheit lasse sich nicht einfach machen, "man kann an ihr mitarbeiten".
Im Namen der katholischen Bischöfe von Essen, Aachen, Köln, Limburg, Münster und Trier wehrte sich Lohaus gegen Kritik, die katholische Amtskirche behindere eine Mahlgemeinschaft mit evangelischen Christen. "Misstrauen gegen die sogenannte Amtskirche ist kein Fundament ökumenischer Arbeit", sagte er. "Katholische Kirche versteht sich nicht als Verein, Konzilien verstehen sich nicht als Parlamente."
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
11.01.2011
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