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24.05.2012
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Kardinäle

Die Kardinäle beraten unter anderem die Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche.

Nach Anzeige: Jesuiten unterbrechen Gespräch mit Opfern

Kardinalskollegium berät über Missbrauchsskandal

Vatikanstadt / Bonn. Für den Tag vor dem Konsistorium zur Erhebung neuer Kardinäle hat Papst Benedikt XVI. das gesamte Kardinalskollegium zu Beratungen eingeladen. Wie der Vatikan am Dienstag (09.11.2010) mitteilte, sollen am Freitag (19.11.2010) unter anderem der Missbrauchsskandal, der Umgang mit übertrittswilligen Anglikanern sowie die Lage der Religionsfreiheit in der Welt erörtert werden.

Die Beratungen finden in der vatikanischen Synodenaula statt. Am folgenden Tag nimmt der Papst 24 Geistliche neu in das Kardinalskollegium auf, darunter den Münchner Erzbischof Reinhard Marx und den deutschen Kirchengeschichts-Professor Walter Brandmüller.

Strafanzeige gegen leitende Jesuiten

Unterdessen haben die Jesuiten den direkten Kontakt zur Missbrauchsopfer-Initiative "Eckiger Tisch" unterbrochen. Die Interessengemeinschaft habe mit der Strafanzeige ihres Sprechers Matthias Katsch gegen ehemalige und aktuelle Ordensverantwortliche die Gesprächsebene verlassen, sagte Jesuitenprovinzial Stefan Kiechle am Montag (08.11.2010).

Mit der am Wochenende (07.11.2010) angekündigten Anzeige will der "Eckige Tisch" den Umgang mit Nacktfotos ehemaliger Schüler des Bonner Aloisiuskollegs klären, die der im Bonner Skandal hauptbeschuldigte Pater gemacht hat. 2007 war zwischen ihm, der jesuitischen Missbrauchsbeauftragten Ursula Raue und dem damaligen Kollegsrektor Theo Schneider besprochen worden, zum Schutz der Opfer die Bilder zu vernichten. Nach dem Tod des Paters im Sommer fanden sich in dessen Nachlass aber immer noch Fotos mit nackten und halbnackten Kindern.

255 erotische Bilder

Laut Zwischenbericht der Untersuchungskommission über Missbrauchsfälle am Aloisiuskolleg lagerte der frühere Rektor im Zug seines Auszugs aus der Kommunität die Aufnahmen zunächst in einem Nebenraum des Kollegs, um sie dann bei Verwandten unterzubringen. Später sichtete die Kommission die 740 Bilder. 255 von ihnen zeigten Kinder "in auffälliger Weise". Die Bilder stellen nach Angaben der Kommissionsleiterin Julia Zinsmeister zwar keine Kinderpornografie dar, sie hätten aber "eine offenkundige erotische Komponente".

Die Anzeige der Opfer richtet sich gegen Provinzial Kiechle, seinen Vorgänger Stefan Dartmann, Schneider, den gegenwärtigen Rektor des Aloisiuskollegs, Pater Ulrich Rabe, sowie gegen Raue. Die Anzeige wurde erstattet "wegen des Verdachts des Besitzes von kinderpornografischen Material, der Beihilfe ebenso wie der Strafvereitelung und sämtlicher sich aus nachfolgender Darstellung weiter ergebender Straftaten". Rabe wies die Vorwürfe zurück. "Ich bin empört über die Unterstellung, den Prozess der Aufklärung von Vorfällen sexuellen Missbrauchs gegen Kinder und Jugendliche torpedieren oder gar verhindern zu wollen", sagte er in Bonn.

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  3. undefinedPapst erhebt Marx und Brandmüller zu Kardinälen (20.10.2010)

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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