
Papst Benedikt XVI. besucht Spanien.
Papst besucht Spanien
Glaubenskrieg auf Stadtbussen
Vatikanstadt. Papst Benedikt XVI. beginnt am Samstag (05.11.2010) einen zweitägigen Besuch in Spanien. Erste Station ist Santiago de Compostela im äußersten Nordwesten der iberischen Halbinsel, wo er an den Feiern zum Jakobusjahr teilnehmen wird. Am Sonntag weiht Benedikt XVI. die noch unfertige Kirche "Sagrada Familia" in Barcelona, die von Antoni Gaudi (1852-1926) entworfen wurde.
Es handelt sich um die 18. Auslandsreise von Benedikt XVI. und um seinen zweiten Besuch in Spanien. Bereits 2006 hatte er am Weltfamilientag in Valencia teilgenommen. Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Spanien gelten wegen liberaler Positionen der Regierung von Ministerpräsident Jose Luis Zapatero als schwierig. Der Papstbesuch solle jedoch nicht politisch, sondern pastoral ausgerichtet sein, betont man im Vatikan.
Bei seiner Ankunft wird der Papst am Samstagmittag in Santiago de Compostela vom spanischen Kronprinzen Felipe und seiner Frau Letizia begrüßt. Anschließend besucht er die Kathedrale. Dabei wird er die üblichen Pilgerzeremonien der Jakobuswallfahrt vollziehen und am Grab des Apostels in der Krypta beten. Am Nachmittag feiert das Kirchenoberhaupt eine Messe auf der Plaza del Obradoiro anlässlich des Jakobusjahres. Für den Abend ist der Weiterflug nach Barcelona vorgesehen.
Am Sonntagmorgen trifft Benedikt XVI. zunächst König Juan Carlos und Königin Sofia. Ein Höhepunkt der Reise ist anschließend die Weihe der Kirche Sagrada Familia, an der seit rund 125 Jahren gebaut wird. Am Ende der Messe wird der Papst das Gotteshaus offiziell in den Rang einer Basilika erheben. Nach dem Besuch eines katholischen Sozialzentrum soll Benedikt XVI. dann gegen 21 Uhr wieder nach Rom zurückkehren.
Vor dem Papstbesuch hat sich indes ein Glaubenskrieg auf Barcelonas Stadtbussen entwickelt: Gegner und Befürworter der Spanienreise des Papstes werben darauf für ihre Positionen. Die Vereinigung E-Cristians, ein Bündnis katholischer Organisationen, beklebte zehn Stadtbusse mit Werbeplakaten, die Papst Benedikt XVI. in Barcelona willkommenheißen. Laizistische Verbände werben dagegen auf den öffentlichen Verkehrsmitteln mit kritischen Parolen wie "Mehr als 1,5 Millionen Katalanen sind Atheisten und verteidigen den Laizismus" oder "Mehr als die Hälfte der katalanischen Jugend ist nicht gläubig".
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
05.11.2010
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