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24.05.2012
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Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI.

Benedikt XVI. verurteilt sexuellen Missbrauch

"Zerstörung statt Menschlichkeit"

Vatikanstadt. Papst Benedikt XVI. hat den sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch katholische Priester abermals scharf verurteilt. "In letzter Zeit haben wir mit großem Bedauern feststellen müssen, dass Priester durch sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ein Zerrbild ihres Amtes geben haben", heißt es in einem am Montag (18.10.2010) veröffentlichten Brief zum Abschluss des im Juni zu Ende gegangenen internationalen Priesterjahres. "Statt Menschen zu reifer Menschlichkeit hinzuführen und sie ihnen selbst vorzuleben, haben sie durch ihren Missbrauch Zerstörungen hervorgerufen, die wir mit tiefem Schmerz bedauern", schreibt Benedikt XVI. in den Dokument an die Seminaristen in aller Welt.

Zugleich hob der Papst hervor, dass "der zutiefst zu missbilligende Missbrauch" den Zölibat als priesterliche Lebensform nicht infrage stelle. Es gebe viele Beispiele von Geistlichen, die zeigten, dass man "gerade auch im Leben des Zölibats zu wirklicher, reiner und reifer Menschlichkeit kommen kann". Das Geschehene müsse die Priesteramtskandidaten jedoch wachsamer und aufmerksamer machen und zu einer sorgfältigen Prüfung ihrer Berufung führen. Aufgabe der Beichtväter und Vorgesetzten sei es, sie auf diesem Weg zu begleiten und zu helfen.

Benedikt XVI. wandte sich weiter gegen eine überzogene Fixierung auf Sexualität. Diese müsse stets "ins Ganze der Persönlichkeit" integriert werden. Andernfalls werde Sexualität banal und zerstörerisch.

Unverzichtbares Priesteramt

Das Kirchenoberhaupt nannte das Priesteramt unverzichtbar und unersetzlich. Oft herrsche die Auffassung vor, das katholische Priestertum gehöre eher der Vergangenheit an und sei kein Beruf für die Zukunft. Die Menschen benötigten Gott jedoch auch in der "Periode der technischen Beherrschung der Welt und der Globalisierung", schreibt Benedikt XVI. Wo der Mensch Gott nicht mehr wahrnehme, werde das Leben leer. Insbesondere die heutige Jugend sei gefährdet, Zuflucht im Rausch oder in der Gewalt zu suchen.

Benedikt XVI. erinnerte auch an seinen eigenen Weg zum Priesteramt und schilderte eine Begebenheit aus dem Dezember 1944. Sein Kompaniechef habe ihm gesagt, im "neuen Deutschland" würden keine Priester mehr gebraucht, nachdem er ihm seinen Berufswunsch mitgeteilt habe. Er habe jedoch damals schon gewusst, dass das nationalsozialistische Deutschland am Ende gewesen sei, und dass nach den "ungeheuren Verwüstungen, die dieser Wahn über das Land gebracht" habe, erst recht wieder Priester nötig sein würden.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Kindesmissbrauch
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Papst Benedikt XVI.
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Priesterjahr

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
18.10.2010

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