
Der Vorstand der ACK in NRW mit dem Vorsitzenden Michael Kappel (3.v.l.).
Mitgliederversammlung der ACK in NRW
"Koran-Verbrennung ist respektlos und provokant"
Münster. Scharf kritisiert hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Nordrhein-Westfalen die geplante Koran-Verbrennung durch eine fundamentalistische christliche Splittergruppe in den USA.
Die Aktion sei "eine völlig inakzeptable Provokation und Ausdruck eines respektlosen Umgangs mit anderen religiösen Überzeugungen", heißt es in einer Erklärung, die von den etwa 50 Delegierten der ACK-Mitgliederversammlung am Donnerstag (09.09.2010) in Münster verabschiedet wurde. Sie forderten die amerikanische Gruppe "Dove World Outreach Center" auf, von ihrem Vorhaben abzulassen, auch weil die Gefahr bestehe, "dass durch solch aggressive und intolerante Akte das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen weltweit gefährdet wird und schweren Schaden nimmt".
Das eigentliche Thema des zweitägigen Treffens, "Reform-(ation) und Ökumene – zu Stand und Zukunft der Ökumene in Deutschland aus evangelischer Sicht" erläuterte der Vorsitzende der ACK, Michael Kappes, der auch Leiter der Fachstelle Theologische Fragen und Ökumene des Bischöflichen Generalvikariats Münster ist: "Es geht darum, das Selbstverständnis der einzelnen Konfessionsfamilien innerhalb der ACK besser kennenzulernen."
"Multilaterale Ökumene"
Reihum stellen sich dabei die 17 Mitglieder vor. Hinzu kommen weitere sieben Gemeinschaften mit Gasstatus. "Wir sind die einzige Plattform für eine multilaterale Ökumene", erklärte Kappes dazu. "Hier arbeiten nicht nur Katholiken und Protestanten zusammen, sondern auch die orthodoxen Kirchen, die Freikirchen und viele christliche Gemeinden und Gemeinschaften mehr."
Zu dieser Vorstellung gehöre vor allem die geistliche Dimension: "Wir wollen erleben, wo das Herz der jeweiligen Kirche schlägt, ihre geistliche Haltung erleben." Gottesdienste gehörten zur Versammlung deshalb genauso dazu wie spirituelle Impulse. Auch gehe es in den Gesprächen um die Gestaltung von Beziehungen, mit denen Vorurteile abgebaut werden könnten. "Darin können die Beteiligten erkennen, wo die Bereicherungen liegen, die sie einbringen können, aber auch entdecken, wie sie sich selbst bereichern können." Zudem diene die Versammlung, an der auch viele ehrenamtliche Mitarbeiter der Kirchen vor Ort teilnähmen, als ein Ideen- und Impulsgeber für die bereits existierende Zusammenarbeit in der Ökumene auf vielen Ebenen.
Der Vorstand des geschäftsführenden Ausschusses unter Vorsitz von Kappes wurde auf der Delegiertenversammlung für drei weitere Jahre wiedergewählt. In einer Vesper mit dem Thema "Gottes Schöpfung feiern und bewahren" hatten die Delegierten zudem eine Vorgabe der ACK Deutschland aufgegriffen. Diese hatte im Vorfeld beschlossen, jedes Jahr im Zeitraum vom 1. September bis zum 4. Oktober einen ökumenischen "Tag der Schöpfung" zu feiern.
Die ACK in Nordrhein-Westfalen wurde 1966 in Westfalen gegründet und 1972 auf ganz NRW ausgedehnt. Bundesweit wurde die die ACK mit Sitz in Frankfurt bereits 1948 ins Leben gerufen. Ihr gehören 17 Kirchen als Vollmitglieder sowie 7 mit Gast- oder Beobachterstatus an. Sie repräsentieren die meisten der rund 57 Millionen Christen in Deutschland.
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Text: Michael Bönte | Foto: Michael Bönte
09.09.2010
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