
Der Eichstätter Bischof Hanke kritisiert die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.
Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke kritisiert:
Keine Langzeitperspektive bei Atomkompromiss
Köln. Die katholische Kirche kritisiert die von der Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sagte dem "Domradio" in Köln am Mittwoch (08.09.2010), er bedaure die Entscheidung. Sie basiere "auf der tages- und wirtschaftspolitischen Perspektive und nicht auf einer langfristigen". Eine langfristige Wirtschaftspolitik müsse immer auch Umweltpolitik sein. "Das kann ich hier nicht erkennen", sagte der Bischof. Die Koalition aus Union und FDP hatte sich am Montag (06.09.2010) auf eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke geeinigt.
Hanke erteilte der Argumentation eine Absage, wonach Atomkraft die bessere Energiegewinnungsform sei, weil sie weniger Kohlendioxid produziere. Hinter solcher Schlussfolgerung stecke das Konzept von immer mehr Wachstum. Man habe aber erkannt, dass wirtschaftliches Wachstum in Zukunft nicht mehr zwangsläufig mit einer Erhöhung des Kohlendioxid-Ausstoßes einhergehen müsse und solle, so der Bischof.
"Wir müssen uns gesellschaftlich fragen, was ist Energie eigentlich wert, was kann sie und was muss sie uns letztlich wert sein", sagte Hanke. Auch gehe es um die Einstellung zum Wachstum. Der Atomkonsens der Bundesregierung habe seiner Ansicht nach "diese Fragen wieder aufgeschoben".
Es kann nach Ansicht Hankes Aufgabe der Kirchen sein, Fragen des Lebensstils in der Gesellschaft zum Thema zu machen. "Denn die Themen Verzicht, Bescheidenheit und Maßhalten sind urkirchliche Themen." Konsumverzicht und Bescheidenheit müssten nicht zu einer negativen Veränderung der Lebensqualität führen. Sie könnten im Gegenteil "so gelebt werden, dass andere Werte zum Tragen kommen, so dass das Leben von Freude gekennzeichnet sein kann".
Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Viktor Mildenberger,
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09.09.2010
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