
Der Vatikan verurteilt die angekündigte Verbrennung des Koran scharf.
Ankündigung christlicher Splittergruppe für 11. September
Vatikan: Koranverbrennung wäre "abscheuliche Geste"
Vatikanstadt. Der Vatikan verurteilt die angekündigte Koranverbrennung am Jahrestag der Terroranschläge vom 11.09.2001 durch eine fundamentalistische christliche US-Splittergruppe. Die beklagenswerten Gewaltakte des 11. September rechtfertigten nicht eine "abscheuliche und schwerwiegende Geste gegen ein Buch, das einer religiösen Gemeinschaft heilig ist", heißt es in einer Erklärung des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog vom Mittwoch (08.09.2010).
Jede Religion habe das Recht auf Respektierung und Schutz ihrer heiligen Bücher, ihrer Stätten und Gottesdienste sowie ihrer Symbole, heißt es weiter. Die Würde jedes Menschen, der Anhänger dieser Religion ist, sowie auch seine Freiheit in religiösen Fragen müssten respektiert werden.
Im Gedenken an die Terroranschläge des 11. September gelte es vor allem, den Betroffenen Solidarität zu bekunden und tiefes Mitgefühl auszudrücken. Zugleich sei jeder religiöse Führer sowie jeder Einzelne aufgerufen, die scharfe Verurteilung aller Formen von Gewalt zu erneuern. Der Päpstliche Rat verweist auf entsprechende Aussagen von Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
Die rund 50 Mitglieder des "Dove World Outreach Center" in Gainesville im US-Bundesstaat Florida haben für Samstag (11.09.2010) angekündigt, demonstrativ Exemplare des Koran zu verbrennen. Die Ankündigung rief weltweit scharfe Proteste hervor.
Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
08.09.2010
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