
Eine Figur des Apostels Paulus vor der Basilika St. Paul vor den Mauern in Rom.
Ein neues Vatikan-Ministerium für die Neuevangelisierung
Papst nimmt die gleichgültig Gewordenen in den Blick
Vatikanstadt. 22 Jahre nach der letzten großen Kurienreform will der Papst wieder ein neues Vatikan-Ministerium gründen - für die Missionsarbeit. Dabei geht es freilich nicht um die klassische Glaubensverbreitung und den Kirchenaufbau in Afrika oder Asien; dafür ist seit Jahrhunderten die "Kongregation zur Evangelisierung der Völker" zuständig. Vielmehr, so kündigte Benedikt XVI. an historischer Stelle in der Basilika Paul vor den Mauern an, soll der neue Päpstliche Rat die Neuevangelisierung in den Industrieländern voranbringen. In Ländern, die meist eine lange christliche Tradition haben, seit Jahrzehnten jedoch von einer fortschreitenden Säkularisierung und durch einen Hang zur Gleichgültigkeit in weltanschaulichen und ethischen Fragen geprägt werden.
Erneut nutzte ein Papst einen Ökumenischen Gottesdienst in der Grabeskirche des Völkerapostels Paulus zu einer sensationellen Bekanntmachung. An dieser Stelle hatte Johannes XXIII. 1959 das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) angekündigt; hier berief Johannes Paul II. 1985 eine Sondersynode über den Kurs der nachkonziliaren Kirche ein, und hier proklamierte Benedikt XVI. das Paulusjahr 2008/09.
Für "Menschen, denen die Religionen fremd sind"
Das Projekt eines neuen Ministeriums war in der Sache bereits seit einem halben Jahr bekannt. Es dürfte seine Tschechien-Reise im Herbst 2009 gewesen sein, die dem Papst den letzten Anstoß gab: eine Reise in ein altes christliches Land, wo Agnostiker und Atheisten heute die Mehrheit und die Christen eine Minderheit bilden. Beim Weihnachtsempfang für die Kurie 2009 benutzte Benedikt XVI. den biblischen Begriff vom "Vorhof der Völker" - als Raum für "Menschen, denen die Religionen fremd sind, denen Gott unbekannt ist und die doch nicht einfach ohne Gott bleiben, ihn wenigstens als Unbekannten dennoch anrühren möchten". Mit diesen Menschen wolle und müsse die Kirchen den Kontakt suchen und in einen Dialog eintreten.
Die Idee einer Neuevangelisierung der alten Welt beschäftigt den Vatikan seit langem. Schon das Lehrschreiben Papst Pauls VI. "Evangelii nuntiandi" von 1975 über die Evangelisierung der Welt von heute hatte dieses drängende Problem der Entchristlichung in der westlichen Welt angesprochen. "Neuevangelisierung" war ein durchgehendes Thema für Johannes Paul II., auf das er auch mit seinen mehr als 100 Pastoralreisen einging.
Dialog mit der heutigen Kultur
Mit der neuen Behörde greift Benedikt XVI. in gewisser Hinsicht auf das vom Konzil begründete und lange Jahre vom Wiener Kardinal Franz König (1905-2004) geleitete "Sekretariat für die Nichtglaubenden" zurück. Es setzte sich wissenschaftlich mit dem Atheismus auseinander und suchte Dialog und "aufrichtige Zusammenarbeit" mit Atheisten und Nichtglaubenden, unter denen damals noch Marxisten und Existentialisten tonangebend waren.
Die Behörde wurde 1993 mit dem vatikanischen Kulturrat zusammengelegt. Dieser sollte den Dialog mit der heutigen Kultur in jeglicher Hinsicht führen: mit einer Kultur, die oft von Nichtglauben und religiöser Gleichgültigkeit geprägt sei, betonte der Papst damals. Er sollte sich für den Dialog von Glauben und Kultur, für den interkulturellen Dialog sowie für das Gespräch mit denen einsetzen, die nicht an Gott glauben oder keiner Religion angehören, wie es im "Motu proprio" zur Einrichtung hieß.
Zuständigkeiten der neuen Behörde müssen abgestimmt werden
Auch jetzt wird das Gründungsdokument des Papstes für die neue Behörde aufschlussreich sein. Denn die Aufgaben und Zuständigkeiten zwischen der neuen Behörde und dem Kulturrat müssen aufeinander abgestimmt und voneinander abgegrenzt werden. Der umtriebige Kulturratschef Erzbischof Gianfranco Ravasi hat sich bereits auch auf diesem Feld positioniert. Als Leiter der neuen Behörde ist der römische Weihbischof Rino Fisichella im Gespräch, bislang nicht unumstrittener Präsident der Akademie für das Leben. Auch Fisichella gehört zu den sehr aktiven und kreativen Kurienleitern.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Text: Johannes Schidelko,
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Markus Nolte
30.06.2010
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Ehegericht
Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de













Newsticker für Ihr Web