
Papst Benedikt XVI.
Unwürdiges Verhalten von Priestern nicht dulden
Papst bittet Missbrauchsopfer um Vergebung
Vatikanstadt. Papst Benedikt XVI. hat um Verzeihung für Missbrauch durch katholische Kleriker gebeten. "Wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen", sagte er bei einer Messe zum Abschluss des Priesterjahres am Freitag (11.06.2010) auf dem Petersplatz. Mit dem Gottesdienst endet das Kampagnenjahr für den Priesterberuf, das Benedikt XVI. am 19. Juni 2009 eröffnet hatte.
Die Vergehen an Kindern hätten "das Priestertum als Auftrag der Sorge Gottes um den Menschen in sein Gegenteil verkehrt", beklagte der Papst vor rund 15.000 teilnehmenden Geistlichen. Künftig wolle man bei der Auswahl der Kandidaten und in der Ausbildung alles tun, um die "Rechtheit der Berufung" zu prüfen. Auch solle es eine stärkere Begleitung von Geistlichen geben.
"Auftrag zur Reinigung"
"Es war zu erwarten, dass dem bösen Feind dieses neue Leuchten des Priestertums nicht gefallen würde, das er lieber aussterben sehen möchte, damit letztlich Gott aus der Welt hinausgedrängt wird", sagte Benedikt XVI. So sei es geschehen, "dass gerade in diesem Jahr der Freude über das Sakrament des Priestertums die Sünden von Priestern bekannt wurden".
Die Kirche verstehe das Geschehene auch als "Auftrag zur Reinigung". In Anspielung auf die Vertuschung von Missbrauchsfällen durch Bischöfe betonte der Papst, es sei "kein Zeichen von Liebe", wenn ein unwürdiges Verhalten von Priestern geduldet werde.
"Der Stock des Hirten"
Zugleich unterstrich Benedikt XVI. die Aufgabe der Kirche, den Glauben gegen Verfälschungen und Verführungen zu schützen. Sie müsse "den Stock des Hirten" gebrauchen. Als falsche Nachsicht bezeichnete es der Papst, "wenn man die Irrlehre, die Entstellung und Auflösung des Glaubens wuchern lässt, als ob wir den Glauben selbst erfänden". Allerdings müsse der "Stock immer wieder zum Stab des Hirten werden, der den Menschen hilft, auf schwierigen Wegen gehen zu können", so Benedikt XVI.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
11.06.2010
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