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24.05.2012
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Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI.

"Existenz ganz auf Gott stellen"

Papst Benedikt verteidigt den Zölibat

Vatikanstadt. Papst Benedikt XVI. hat den Pflichtzölibat für Priester verteidigt. Die ehelose Lebensform sei das große "Skandalon eines Glaubens, der seine Existenz ganz auf Gott stellt", sagte er bei einer Gebetswache mit mehreren tausend Priestern am Donnerstagabend (10.06.2010) auf dem Petersplatz. Diese Anfrage an eine rein diesseitige Gesellschaft werde jedoch verdunkelt durch "sekundäre Skandale unser Unzulänglichkeiten und unserer Sünden".

Gerade die Kritik am Zölibat zeige, dass er ein "großes Zeichen des Glaubens und der Gegenwart Gottes in der Welt" sei, unterstrich der Papst. Zugleich grenzte er die priesterliche Ehelosigkeit entschieden von einer immer stärker verbreiteten Single-Existenz ab. Der Zölibat bedeute nicht, für sich allein zu leben und eine endgültige Bindung abzulehnen, sondern stehe für ein endgültiges Ja zum Dienst für Gott.

Warnung vor Klerikalismus

Zusammen mit der Ehe, in ihrer "natürlichen Form" als Bund zwischen Mann und Frau, sei der Zölibat "das Fundament unserer christlichen Kultur". Wenn diese Grundlagen verschwänden, verschwänden "Wurzeln unserer Kultur", betonte der Papst.

Benedikt XVI. warnte die Priester davor, in einen "Klerikalismus" zu verfallen. Dieser sei nach wie vor "eine Versuchung". Zudem wandte sich der Papst gegen eine "Arroganz der Vernunft" in der akademischen Theologie. Diese verdunkele die Gegenwart Gottes in der Welt, so der Papst. Er rief die Priester auf, sich nicht vor dem "Gespenst der Wissenschaftlichkeit" zu fürchten und offen für Neues zu sein.

Gebetswache mit rund 15.000 Teilnehmern

Bei der Gebetswache mit rund 15.000 Teilnehmern aus aller Welt antwortete der Papst auf Fragen, die von Priestern aus verschiedenen Kontinenten vorgetragen wurden. Zuvor hatten unter anderem ein Geistlicher aus Hollywood und ein Seelsorger aus einem Armenviertel von Buenos Aires über ihre Arbeit berichtet. Zudem schilderte eine deutsche Familie ihren Glaubensweg.

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Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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