Sexueller Missbrauch:
Überarbeitete Leitlinien sollen Opfer-Perspektive stärken
Würzburg. Die deutschen Diözesanbischöfe haben am Montag (26.04.2010) in Würzburg über einen besseren Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche beraten. Sie diskutierten einen ersten Entwurf zur Reform entsprechender Leitlinien von 2002, wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte. Er soll mit Unterstützung kirchlicher und externer Experten weiterentwickelt und im Sommer verabschiedet werden.
In der vom Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, vorgelegten Fassung sei unter anderem das Verhältnis der kirchlichen Einrichtungen zu den staatlichen Strafverfolgungsbehörden präzisiert worden, heißt es. Außerdem werde deutlich gemacht, dass die Kirche keinen Rechtsraum losgelöst vom staatlichen Recht beanspruche. Die überarbeiteten Leitlinien sollen zudem stärker auf die Opfer-Perspektive eingehen und die Präventionsarbeit deutlicher berücksichtigen als bisher.
Die Kirche habe in den vergangenen Monaten stark an Zustimmung verloren, räumen die Bischöfe ein. "Wir spüren, dass die Kirche Vertrauen bei den Menschen verloren hat", heißt es in der Mitteilung. Wie das Vertrauen wiedergewonnen werden könne, werde die Bischöfe in den nächsten Wochen besonders beschäftigen.
Mit Interesse und engagiert arbeite die katholische Kirche am Runden Tisch der Bundesregierung mit, wird in der Erklärung betont. Er gebe die Gelegenheit, die gesamtgesellschaftliche Dimension des Problems zu diskutieren sowie zu Absprachen und gemeinsamen Selbstverpflichtungen zu gelangen.
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Übersicht: Kindesmissbrauch
Bischöfe beraten erstmals neue Missbrauchs-Leitlinien (24.04.2010)
Die Missbrauchs-Leitlinien der Bischofskonferenz (26.09.2002)
Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
27.04.2010
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