
Bischof Walter Mixa hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten.
Rücktritt von allen Ämtern: Respekt und Erleichterung
Bischof Mixa bittet Papst um Entpflichtung
Augsburg. Das Sekretariat des Bischofs von Augsburg hat bestätigt, dass Bischof Walter Mixa am Mittwoch (21.04.2010) in einem Brief an den Papst seinen Rücktritt angeboten hat. Das berichtet die Diözese auf ihrer Internetseite.
Als Bischof habe das Wohl der Diözese Augsburg für ihn immer höchste Priorität gehabt, wird Mixa wiedergegeben. Die anhaltende öffentliche Diskussion um seine Person habe in den vergangenen Wochen die Priester und Gläubigen im Bistum schwer belastet. Mit seinem Rücktritt wolle er dafür Sorge tragen, weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden und einen Neuanfang zu ermöglichen.
"Ich bitte um Verzeihung"
Wörtlich wird der Bischof auf der Webseite zitiert: "In fast 40 Jahren als Priester und 14 Jahren im bischöflichen Dienst ging es mir immer darum, Zeuge des Evangeliums zu sein und als Seelsorger den mir anvertrauten Menschen zu dienen. Meiner eigenen Schwächen war und bin ich mir dabei wohl bewusst. Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung. Ich tue diesen Schritt in unerschütterlichem Vertrauen auf die Gnade Gottes und hoffe zuversichtlich, dass der Vater im Himmel die Kirche von Augsburg in eine gute Zukunft führen wird. Meinen Mitbrüdern im priesterlichen Dienst und allen Gläubigen danke ich für ihre Treue und Verbundenheit und wünsche allen Gottes Segen."
Mixa sah sich seit gut zwei Wochen verschiedenen Vorwürfen ausgesetzt. In seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen soll er zwischen 1975 und 1996 mehrere Heimkinder geschlagen und Mittel der Heimstiftung satzungswidrig verwendet haben. In der Kritik steht der Bischof außerdem, weil er zuerst jegliche körperliche Gewalt gegen Kinder abstritt, nach zwei Wochen aber einräumte, möglicherweise die eine oder andere Ohrfeige verteilt zu haben.
Respekt und Erleichterung in Reaktionen
Mixas Rücktrittsgesuch wurde in Kirche und Politik am Donnerstag (22.04.2010) mit Erleichterung und Respekt aufgenommen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sagte, er sehe darin kein Schuldeingeständnis. Mixa ermögliche einen Neuanfang in Augsburg.
Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sagte: "Es ist konsequent, wie er sich entschieden hat. Ich denke, es wird ihm helfen, es wird der Kirche in unserem Land helfen." Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke sprach von einem "Beifreiungsschlag".
Die bayerischen Bischöfe reagierten "mit Respekt" auf Mixas Entscheidung. Jetzt gehe es darum, "in der Diözese Augsburg einen guten gemeinsamen Weg in die Zukunft zu finden", heißt es in einer Erklärung des Vorsitzenden der Freisinger Bischofskonferenz, des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx. Mixa will sein Bistum bald für einen Erholungsaufenthalt verlassen. Die Ereignisse hätten ihm auch gesundheitlich zugesetzt, sagte der Augsburger Weihbischof Anton Losinger.
Rücktritt auch als Militärbischof
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, nannte den Rücktritt unausweichlich. Mixa sei durch seinen Umgang mit den Vorwürfen unglaubwürdig geworden und habe die gesamte Kirche belastet. Glück forderte, dass auch nach dem Rückzug die Vorwürfe gegen den Bischof aufgeklärt werden müssten. Ansonsten würden daraus irgendwann Mythen oder Vergiftungserscheinungen entstehen.
Mixa reichte auch als katholischer Militärbischof seinen Rücktritt ein. Kommissarisch übernimmt Militärgeneralvikar Walter Wakenhut dieses Amt. Ein neuer Militärbischof wird auf Vorschlag der Bischofskonferenz vom Papst ernannt.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Augsburger Bischof Walter Mixa bittet um Verzeihung (21.04.2010):
Mixa kann Ohrfeigen "nicht ausschließen" (16.04.2010)
Mixa: "Niemals körperliche Gewalt gegen Kinder angewandt" (02.04.2010)
Übersicht: Kindesmissbrauch
Mehr zum Thema im Internet:
Text: göc, jjo,
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: pba
22.04.2010
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