Sondersitzung des Priesterrats – Weitere Gremien tagen
Augsburger Bischof Walter Mixa bittet um Verzeihung
Augsburg. Eine öffentliche Entschuldigung von Bischof Walter Mixa ist das Resultat einer mehr als vierstündigen außerordentlichen Sitzung des Priesterrats im Bistum Augsburg. "Es tut mir im Herzen weh und leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe. Ich bitte um Verzeihung", wird Mixa in einer am Dienstag (20.04.2010) veröffentlichten Erklärung des Priesterrats zitiert. Personelle Konsequenzen verlangte das Gremium vorerst nicht.
Zunächst sei eine schnelle und vollständige Aufarbeitung der Vorwürfe notwendig, sagte Priesterratssprecher Bernhard Ehler. "Wir brauchen mehr Klarheit, und zwar bald." Das Gespräch mit dem Bischof habe in einer "offenen und vertrauensvollen Atmosphäre" stattgefunden. Es müsse alles getan werden, um verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen. Dies sei im Interesse aller. Der Priesterrat teile die Sorge Vieler um die Glaubwürdigkeit der Kirche.
Neben dem Augsburger Gremium traf sich auch der Priesterrat des Katholischen Militärbischofsamtes in Berlin und beriet über die Angelegenheit. Mixa ist katholischer deutscher Militärbischof. Auch das Augsburger Domkapitel befasste sich mit möglichen Folgen aus der Debatte um den Bischof. Über Ergebnisse wurde zunächst nichts bekannt.
Mixa sieht sich seit gut zwei Wochen verschiedenen Vorwürfen ausgesetzt. In seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen soll er zwischen 1975 und 1996 mehrere Heimkinder geschlagen und Mittel der Heimstiftung satzungswidrig verwendet haben. In der Kritik steht der Bischof außerdem, weil er zuerst jegliche körperliche Gewalt gegen Kinder abstritt, nach zwei Wochen aber einräumte, möglicherweise die eine oder andere Ohrfeige verteilt zu haben.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Mixa kann Ohrfeigen "nicht ausschließen" (16.04.2010)
Mixa: "Niemals körperliche Gewalt gegen Kinder angewandt" (02.04.2010)
Übersicht: Kindesmissbrauch
Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
21.04.2010
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