
Papst Benedikt XVI.
Papst beendet Reise nach Malta
Aufruf zum Schutz von Werten - Treffen mit Missbrauchsopfern
Valletta. Die Missbrauchskrise in der katholischen Kirche hat sich auch auf die Papstreise nach Malta ausgewirkt. Am Sonntagmittag (18.04.2010) traf Benedikt XVI. mit Opfern sexuellen Missbrauchs zusammen. Zuvor hatte der Papst eine Messe auf dem größten Platz der Insel gefeiert.
Am Nachmittag fuhr er zu einer Begegnung mit Jugendlichen auf einem Schiff in den Hafen von Valletta ein, bevor er am Abend zurück nach Rom flog. Erneut sprach das Kirchenoberhaupt die zentralen Themen seiner Reise an: Bewahrung des Glaubens und der christlichen Werte, Schutz von Ehe und Familie sowie die Flüchtlingsproblematik.
Nach dem Treffen mit Missbrauchsopfern sprach Vatikansprecher Federico Lombardi von einem "dichten, aber sehr entspannten Klima". Die Gespräche seien in einem freundlichen Ton verlaufen. Dabei habe es auch Augenblicke des Lächelns gegeben. Auch die Missbrauchsopfer zeigten sich zufrieden. "Ich bewundere den Papst für den Mut, uns zu treffen", zitierte die "Times of Malta" auf ihrer Internetseite den Sprecher der Gruppe, Lawrence Grech. Lombardi schloss für die Papstreise nach Großbritannien im September ein Treffen mit Missbrauchsopfern nicht aus. Solche Begegnungen könnten aber "keine generelle Verpflichtung" für alle Reisen sein.
Gastfreundschaft und Vertrauen
Bei der großen Messe hatte Benedikt XVI. zuvor zu Gastfreundschaft und Vertrauen in den christlichen Glauben aufgerufen. Der Mensch brauche die Hilfe Gottes auch in Schwierigkeiten und bedürfe der göttlichen Barmherzigkeit für die Heilung der geistigen Wunden, der Wunden der Sünde.
Anlass der zweitägigen Papstreise nach Malta war die Ankunft des Apostels Paulus vor 1.950 Jahren auf der Insel. Daran erinnerte die Einfahrt des Kirchenoberhaupts in den Hafen von Valletta zum Treffen mit Jugendlichen am Sonntagnachmittag. Auch bei seinen anderen öffentlichen Auftritten, nicht nur beim Besuch der Paulusgrotte in Rabat, erinnerte der Papst an den Apostel. Weitere zentrale Themen seiner öffentlichen Reden waren die Flüchtlingsproblematik sowie die Bewahrung des Glaubens und der moralischen Werte, besonders der Schutz von Ehe und Familie.
Solidarität mit den Schwachen
Dazu rief der Papst die Jugendlichen bei der Begegnung am Sonntagnachmittag auf. Weiter mahnte er zu Solidarität mit den Schwachen und Ausgegrenzten, insbesondere mit Einwanderern und Asylbewerbern. Bei der Abschiedszeremonie auf dem Flughafen forderte der Papst mehr internationale Hilfe für Immigranten und Bootsflüchtlinge. Trotz aller Schwierigkeiten sollte die Inselrepublik mit Unterstützung anderer Staaten und internationaler Organisationen den Ankommenden Hilfe leisten und für die Achtung ihre Rechte eintreten.
Schon bei seiner Ankunft am Flughafen hatte der Papst die Menschen aufgerufen, für die Unauflöslichkeit der Ehe, für die Förderung der Familie, für den Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod sowie für Religionsfreiheit einzutreten. Beim Besuch der Paulusgrotte am Samstagabend sagte er, auch heute sei ein christliche Zeugnis angesichts der vielen Bedrohungen gegen die Heiligkeit des Lebens und die Würde von Ehe und Familie notwendig.
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