
Erzbischof Zollitsch: "Papst Benedikt XVI. schenkt uns ein geistliches Pontifikat, das von theologischer Tiefe geprägt ist."
Fünfter Jahrestag der Papstwahl
Zollitsch würdigt Benedikt XVI.
Vatikanstadt. Erzbischof Robert Zollitsch hat Benedikt XVI. zum fünften Jahrestag seiner Wahl als "politisch wachen Papst" und zugleich großen Theologen gewürdigt. Er beziehe in öffentlichen Debatten Stellung und bringe auch gegenüber den Mächtigen der Welt feste moralische Standards zur Geltung, schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in einem Beitrag für die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (16.04.2010).
Als "entschiedener Kämpfer für eine Kultur des Lebens" verstecke sich der Papst nicht hinter diplomatischen Floskeln, sondern riskiere auch "durchaus heftigen Widerspruch". Benedikt XVI. war am 19. April 2005 zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt worden.
"Papst Benedikt XVI. schenkt uns ein geistliches Pontifikat, das von theologischer Tiefe geprägt ist", so Zollitsch. Den Kern seiner Beiträge bildeten die innere Verbundenheit von Glaube und Vernunft sowie die Religionsfreiheit jedes Menschen. Im Blick auf das Verhältnis zum Judentum müssten gerade die Deutschen Benedikt XVI. zutiefst dankbar sein. Zollitsch verwies dabei auf den Besuch des Papstes im Vernichtungslager Auschwitz und auf seine Verurteilung des Antisemitismus in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem.
Benedikt XVI. sei "ein Meister der genauen Analyse und der differenzierten Argumentation", schreibt der Konferenzvorsitzende. "Er hat die wertvolle Gabe, mit großer Klarheit und scharfem analytischen Verstand die Zeichen der Zeit zu erkennen, sie zu deuten und mit der Botschaft des Evangeliums zu verbinden." Dabei warne der Papst auch vor modernen Gefährdungen, die hinter Globalisierung und Fortschrittsgläubigkeit steckten. Konkret verwies Zollitsch auf die Kritik des Papstes etwa an einem ungezügelten Kapitalismus oder einem scheinbar grenzenlosen Machbarkeitswahn auf dem Feld der Biotechnologie.
Als ein "Mensch aus Fleisch und Blut" mit Fähigkeiten und Grenzen wisse sich Benedikt XVI. von der Kraft des Heiligen Geistes getragen. "Auch wenn es dunkle Stunden in unserer Kirche gibt, so ist doch jeder Moment in diesem Pontifikat wertvoll", betonte Zollitsch.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
16.04.2010
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