
Erzbischof Reinhard Marx.
Kritik an "Germany's next Topmodel"
Bayerische Bischöfe: Engere Zusammenarbeit mit Staatsanwälten
Vierzehnheiligen. Die bayerischen Bischöfe wollen zur Aufklärung von Missbrauchsfällen künftig eng mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Bei ihrer Frühjahrsvollversammlung im fränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen sprachen sich die Bischöfe am Donnerstag (18.03.2010) einstimmig für die Festschreibung einer Meldepflicht in den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz aus.
Jeder Verdacht sexuellen Missbrauchs oder körperlicher Misshandlung in einer katholischen Einrichtung soll demnach von den staatlichen Ermittlungsbehörden überprüft werden, heißt es in einer Erklärung. Ab sofort werde dies bereits in den bayerischen Diözesen praktiziert.
Meldepflicht für alle pädagogischen Einrichtungen
Der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, sagte vor Journalisten, die Bischöfe würden eine solche Meldepflicht für alle pädagogischen Einrichtungen begrüßen. Dies sei aber Sache des Gesetzgebers. Die Bischöfe vertrauten der Staatsanwaltschaft bei der Aufklärung.
Das schließe auch die Überführung von Denunzianten ein. Priorität müsse die Suche nach Wahrheit haben und "die Schaffung einer offenen Atmosphäre, die die Opfer ermutigt, das auszusprechen, was ihnen angetan wurde".
Lob von Leutheusser-Schnarrenberger
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) begrüßte die Beschlüsse der Bischöfe. Sie bekräftigte im Bundestag die Notwendigkeit, gesamtgesellschaftlich Fälle der Vergangenheit aufzuarbeiten und für bessere Prävention zu sorgen.
Marx bekannte sich zur moralischen Pflicht der Kirche, auch über den gesetzlichen Rahmen hinaus Opfern zu helfen. Dies könne "sicher auch finanzielle Aspekte haben". In den nächsten Wochen werde über Formen von Entschädigung zu reden sein.
Forensische Gutachten
Bei überführten und bestraften Tätern wollen die bayerischen Bischöfe auf forensische Gutachten mit eindeutigen Aussagen zu Heilungs- und Therapiemöglichkeiten sowie zur Wiedereinsetzbarkeit drängen. Sicher sei jedoch, dass selbst bei leichteren Fällen ein Einsatz in der Kinder- und Jugendarbeit nicht mehr denkbar sei, betonte Marx.
Die Bischöfe dankten Papst Benedikt XVI. für seine Unterstützung. Der Papst weise unermüdlich darauf hin, dass es gegenüber Missbrauch keine Toleranz geben dürfe. Marx erwartet kein eigenes Papstwort zu den Fällen in Deutschland. Der für Samstag angekündigte Hirtenbrief von Benedikt XVI. an die irischen Katholiken sei aber auch für die deutsche Kirche wichtig.
Tebartz-van Elst: Solidarität mit Benedikt XVI.
Benediktiner-Abtprimas Notker Wolf hält "ein Wort des Bedauerns, des mea culpa" durch Papst Benedikt XVI. für angebracht. "Aber es wird etwas dauern", sagte der Ordensmann im ARD-Morgenmagazin. Er sei sich sicher, dass der Papst ganz stark unter der Situation leide.
Zur Solidarität mit Benedikt XVI. rief der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst auf. Es sei boshaft und unerträglich, wie der Papst in einigen Medien an den Pranger gestellt werde.
Kritik an "Germany's next Topmodel"
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) forderte unterdessen einen offeneren Umgang mit den Themen Sexualität und Körperlichkeit. Sexualität sei innerhalb der Kirche mit zahlreichen Tabus behaftet. Deshalb sei eine grundsätzliche Debatte über Sexualmoral notwendig.
Der Bonner Erziehungswissenschaftler Volker Ladenthin sieht mit Blick auf die öffentliche Empörung über die kirchlichen Missbrauchsfälle auch "Scheinheiligkeit und Heuchelei". Wenn in TV-Sendungen wie "Germany's next Topmodel" 16-Jährige aufgefordert würden, im Bikini durch einen ICE zu gehen, "dann kann man fragen, ob hier Missbrauch von Jugendlichen sogar unter den Augen der Öffentlichkeit stattfindet".
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Mehr zum Thema im Internet:
Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
19.03.2010
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de













Newsticker für Ihr Web