
Kurienkardinal Walter Kasper.
Missbrauchsskandal:
Kardinal Kasper sieht Glaubwürdigkeit weithin verspielt
Vallendar. Wegen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche sieht der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper deren Glaubwürdigkeit weithin verspielt. Es werde einige Zeit dauern, bis die Kirche sie wieder zurückgewonnen habe, sagte er am Dienstag (16.03.2010) in Vallendar.
Zugleich betonte er, es gebe keinen Grund den Kopf hängen zu lassen. Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen äußerte sich bei einem Symposion zur Neuevangelisierung im deutschsprachigen Raum.
Kasper erinnerte an das vor zehn Jahren von der Deutschen Bischofskonferenz vorgelegte Hirtenwort "Zeit zur Aussaat. Missionarisch Kirche sein". Dieser Impuls gehe gegenwärtig in den notwendigen Strukturfragen und Sparmaßnahmen und jetzt vollends in den "albtraumhaften Missbrauchsskandalen" unter. Ohne einen neuen Anlauf, ohne einen neuen Sprung nach vorne werde es weiter "den Bach runter statt den Berg hinauf gehen".
Ausdrücklich nannte Kasper eine Neuevangelisierung das "zentralepastorale Anliegen von heute". Europa drohe ein postchristlicher Kontinent zu werden, so der Kardinal. Es müsse ein Ruck durch die Kirche gehen, indem neu und zündend von Gott und Jesus Christus gesprochen werde. Ziel müsse es sein, dass die Kirche neu zur Heimat für viele Fragende und Suchende wird.
Das mit "Das Evangelium Jesu Christi" überschriebene Symposion an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) dauert bis Donnerstag. Veranstalter sind das Internationale katholische Missionswerk Missio und das an der PTHV angesiedelte "Kardinal Walter Kasper Institut für Theologie-Ökumene-Spiritualität".
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Jürgen Kappel
16.03.2010
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