
Die Allianz für den freien Sonntag fordert einen eindeutigen Schutz der Sonn- und Feiertage als Grundlage für eine humane Gesellschaft.
Ein "gemeinsamer Zeitanker" der Menschen
Bündnis fordert besseren Schutz des freien Sonntags
Düsseldorf. Ein Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften und Familienverbänden verlangt einen verstärkten Schutz des arbeitsfreien Sonntags.
Der Sonntag müsse ein "gemeinsamer Zeitanker" der Menschen bleiben, forderten Vertreter der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der Gewerkschaft ver.di und des Bundesverbands Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA) am Mittwoch (03.03.2010) bei einer Demonstration in Düsseldorf.
Protestveranstaltung mit 500 Menschen
Die "Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft" müsse verhindert werden, so das Bündnis "Allianz für den freien Sonntag", dem sich auch die katholische Betriebsseelsorge und der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt der EKD angeschlossen haben. An der Protestveranstaltung nahmen etwa 500 Menschen teil.
Nordrhein-Westfalens Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) warnte davor, die Sonntagskultur infrage zu stellen. Es seien klare Gesetze erforderlich, die den Sonntag als besonderen Tag definierten. Zwar werde es immer bestimmte Bereiche wie Krankenhäuser oder die Energieversorgung geben, in denen auch sonntags Arbeitskräfte gebraucht würden. Allerdings müsse im Arbeitnehmerschutzgesetz deutlich gemacht werden, dass "nur dort gearbeitet wird, wo gearbeitet werden muss".
"Gesellschaft braucht Wochen- und Feiertage"
Laut Laumann ist es besonders wichtig sei, das Leben in Abschnitte einzuteilen. Ruhe und Erwerbstätigkeit sollten in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Die Gesellschaft brauche Wochen- und Feiertage. Es dürfe nicht sein, dass "jede Stunde, die uns der liebe Gott gibt, unter einer zunehmenden Ökonomisierung steht", so der Minister.
DGB-Landesvorsitzender Guntram Schneider sprach von einer zunehmenden Marktradikalität, die eine Abkehr vom christlichen Menschenbild bedeute. Deutschland sei mittlerweile dabei, den Sonntag leichtfertig zu verspielen. Schneider forderte eine Überarbeitung der Gesetzgebung, die bislang in den Bundesländern unterschiedlich viele verkaufsoffene Sonntage billigt. Zugleich kündigte er an, den arbeitsfreien Sonntag "mit Zehen und Klauen zu verteidigen".
"Ruhe für eine Begegnung mit Gott"
Für den Leiter des katholischen Büros in der Landeshauptstadt, Karl-Heinz Vogt, ist die Diskussion um den freien Sonntag ein "Signal, dass wir die Ruhe brauchen für eine Begegnung mit Gott". Sein evangelischer Amtskollege Rolf Krebs warnte vor einer Gefährdung der Gesundheit des Menschen, wenn der Sonntag kein Ruhetag mehr sei.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: pd
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