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24.05.2012
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Ergebnisse der Vollversammlung

Bischöfe verschärfen Kampf gegen Missbrauch

Freiburg. Zum Abschluss ihrer Frühjahrsvollversammlung haben die deutschen Bischöfe einen Vier-Punkte-Plan gegen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorgelegt. Bei dem viertägigen Treffen beschäftigten sich die Bischöfe darüber hinaus unter anderem mit den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft.

Kernstück des Vier-Punkte-Plans ist die Ernennung eines bundesweiten Ansprechpartners für alle "Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich", wie der Bischofskonferenz-Vorsitzende Robert Zollitsch am Donnerstag (25.02.2010) in Freiburg mitteilte. Damit hat die katholische Kirche in Deutschland erstmals eine zentrale Anlaufstelle für solche Fälle.

Bundesweite Telefonhotline

Das neue Amt übernimmt der Trierer Bischof Stephan Ackermann (46). Unterstützung erhält er von einem zentralen Büro, das die Kirche im Sekretariat der Bischofskonferenz in Bonn einrichtet. Hier soll die Zusammenarbeit zwischen Bistümern und Orden ausgebaut werden. Ackermann und das Büro haben auch die Aufgabe, den Kontakt zu "zivilgesellschaftlichen Initiativen und staatlichen Aktivitäten" zu halten. Außerdem richtet die Kirche eine bundesweite Telefonhotline ein.

Der Plan sieht weiter eine Überarbeitung der kirchlichen Missbrauchsrichtlinien von 2002 mit Unterstützung externer Berater vor. Zudem sichern die Kirchenführer den Strafverfolgungsbehörden ihre "aktive Unterstützung" zu. Die Staatsanwaltschaft werde "frühzeitig eingeschaltet". Für die Priesterausbildung wird ein Bericht in Auftrag gegeben, der klären soll, ob weitere Hilfen zur "Stärkung der psychosexuellen Reife" der Priesteramtskandidaten nötig sind.

Kein nationaler Fonds für Opfer

Die Einrichtung eines nationalen Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs durch kirchliche Mitarbeiter lehnten die Bischöfe ab. Zollitsch sagte, die Entschädigung sei Sache der jeweils betroffenen Bistümer und Ordensgemeinschaften. Er betonte, dass auch bislang schon finanzielle Hilfe für Therapien an Opfer geleistet worden sei. Zugleich wies der Konferenz-Vorsitzende Forderungen nach dem Rücktritt einzelner Bischöfe zurück. Er sehe unter seinen Amtsbrüdern keinen, der seine Pflichten im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen nicht erfüllt habe.

Bedenken haben die Kirchenführer bei automatischen Strafanzeige in allen Fällen sexuellen Missbrauchs. Ein solcher Automatismus, der dann auch gegen den ausdrücklichen Wunsch eines Missbrauchsopfers angewandt werden müsse, könne den Opfern im Einzelfall schaden, sagte der Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer. "Unsere psychiatrischen Experten warnen uns davor." Er kündigte zugleich an, in dieser Frage seien weitere Beratungen mit Experten geplant.

Gespräch mit Leutheusser-Schnarrenberger

Die Diskussionen über die künftige Zusammenarbeit zwischen Kirche und staatlichen Behörden wollen die Bischöfe auch mit Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger führen. Der Konflikt um die Äußerungen der FDP-Politikerin in den Tagesthemen sei für ihn vorerst beendet, sagte Zollitsch.

Er sehe dem von Leutheusser-Schnarrenberger anvisierten Gespräch hoffnungsvoll entgegen. Die Ministerin hatte den Eindruck erweckt, dass die Kirche Missbrauchsfälle in den eigenen Reihen vertusche und eine rasche strafrechtliche Aufarbeitung verhindere.

Pflege ist entscheidende Zukunftsfrage

Die Pflege von immer mehr alten Menschen in Deutschland haben die Bischöfe als zentrale Zukunftsfrage bezeichnet. Notwendig sei eine "sachliche und verantwortungsvolle gesellschaftliche Diskussion", in der sich die Kirche künftig stärker einbringen wolle, hieß es zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung.

Die Kirche wolle in Gemeinden und caritativen Einrichtungen auch mehr "Orte des Miteinanders der Generationen" anbieten. Die 65 deutschen Bischöfe hatten sich in dieser Woche an einem Studientag mit den Herausforderungen des demografischen Wandels befasst.

Kirche will offensiver auf Priestermangel reagieren

Die Kirche will zudem neue Konzepte erarbeiten, um wieder mehr junge Männer für den Priesterberuf zu gewinnen. Das Werben um Priesternachwuchs solle künftig stärker in alle Bereiche der kirchlichen Seelsorge eingebunden werden, heißt es in der Abschlusserklärung der Bischöfe.

"Die Berufungspastoral ist ein schwieriges pastorales Feld, in dem die Früchte oft auszubleiben scheinen", heißt es weiter. Bisherige Initiativen seien auf "immer weniger Resonanz gestoßen". Um neue Ideen zu erarbeiten, seien künftig mehr hauptamtliche Priester und Nichtkleriker nötig, die sich in ihrer Arbeit nur auf die Gewinnung neuer Priester konzentrieren sollen.

Bischofskonferenz verabschiedet Schwerpunktthema

Erstmals hat die Bischofskonferenz ein Schwerpunktthema beschlossen. Unter der Überschrift "Der Dienst der Kirche im öffentlichen Leben Deutschlands" soll es in den kommenden beiden Jahren um eine kritische Bestandsaufnahme des Verhältnisses von Kirche zu Gesellschaft und Staat gehen.

Wie die Bischofskonferenz mitteilte, spiele dabei die derzeitige "Vertrauens- und Ansehensschwäche" der Kirche in Deutschland eine wichtige Rolle. Untersucht werden soll auch der wachsende kulturelle Pluralismus in Deutschland. Die konkreten Fragestellungen und Aktivitäten sollen unter der Leitung des Sekretariats der Bischofskonferenz in Bonn erarbeitet werden.

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  2. undefinedBischofskonferenz: Genn nicht mehr Adveniat-Bischof

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