Nicht gemeldeter Missbrauchsverdacht ist der Grund
Auf Druck des Erzbistums München: Abt tritt zurück
München / Ettal. Auf Drängen des Erzbistums München-Freising ist am Mittwoch (24.02.2010) der Ettaler Benediktinerabt Barnabas Bögle (53) zurückgetreten. Grund ist ein bisher nicht öffentlich bekannter Missbrauchsverdacht gegen Kloster Ettal, der in Bögles Amtszeit fällt. Der Abt war 2005 von seinen Mitbrüdern gewählt worden.
Das Kloster sei seiner seit 2002 bestehenden Meldepflicht für alle solchen Verdachtsfälle nicht nachgekommen, teilte das Erzbistum mit. Die Abtei informierte laut Ordinariat den Münchner Generalvikar Peter Beer am Mittwoch (24.02.2010) über den Regelverstoß. Der Sachverhalt werde umgehend der Staatsanwaltschaft übergeben, so ein Bistumssprecher.
Der Rücktritt des Abtes sei der richtige Schritt, um den guten Ruf der Schule und des Internates in Ettal zu schützen, heißt es in der Mitteilung weiter. Bögle war seit vergangenem Herbst auch Abtpräses der Bayerischen Benediktinerkongregation.
Am Montag (22.02.2010) waren erste Missbrauchsvorwürfe gegen zwei Ordensmänner und einen weltlichen Erzieher im Ettaler Klosterinternat publik geworden. Sie beziehen sich nach Darstellung des Klosters und ehemaliger Schüler auf Vorkommnisse in den 1970er und 80er Jahren. Einen aktuellen Fall gebe es nicht, erklärte Prior Pater Maurus Kraß.
Auf Vermittlung der Erzdiözese nimmt seit Dienstag (23.02.2010) der Münchner Rechtsanwalt Burkard Göpfert als externer Ansprechpartner Hinweise auf sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in Ettal entgegen. Der für den Bereich zuständige Ombudsmann des Erzbistums, Pastoralpsychologe Siegfried Kneißl, wurde zu Gesprächen mit Schülern und Lehrern entsandt. Gymnasium und Internat von Kloster Ettal gelten als Vorzeige-Bildungseinrichtung der katholischen Kirche in Deutschland.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
24.02.2010
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