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24.05.2012
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Zollitsch

Erzbischof Robert Zollitsch.

Beginn der Frühjahrs-Vollversammlung der Bischofskonferenz

Zollitsch verurteilt Missbrauch und bittet um Entschuldigung

Freiburg. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat sexuellen Missbrauch durch Geistliche verurteilt und alle Opfer um Verzeihung gebeten. Missbrauch sei ein "abscheuliches Verbrechen", sagte Zollitsch am Montag (22.02.2010) in Freiburg. Diese Formulierung Papst Benedikts XVI. mache er sich "aus tiefer Überzeugung zu eigen". Der Erzbischof äußerte sich vor der Frühjahrsversammlung der Bischofskonferenz.

In der Kirche wiege Missbrauch schwer, weil es ein besonderes Vertrauen von Kindern und Jugendlichen in die Priester gebe. "Es darf keinen Missbrauch geben – schon gar nicht im Raum der Kirche", betonte Zollitsch. Über die bekannt gewordenen Fälle in Deutschland sei er "zutiefst erschüttert".

Erklärung der Bischofskonferenz erwartet

Er gehe davon aus, dass die Bischöfe eine Erklärung abgeben werden, sagte der Erzbischof. Diese werde er am Donnerstag (25.02.2010) vorstellen. Zudem kündigte er an, bei seinem nächsten Rom-Besuch im März den Papst auf das Thema anzusprechen.

Zollitsch sagte, die Konferenz werde ihre Leitlinien zum Vorgehen bei Missbrauch überprüfen und über mögliche Änderungen sprechen. Die Bischöfe hielten das Dokument von 2002 "für unverändert wichtig", es habe sich "bewährt". Bei sexuellem Missbrauch sollten "staatliche Behörden so schnell wie möglich eingeschaltet werden und die Staatsanwaltschaften alle möglichen Einblicke erhalten", unterstrich der Erzbischof. In jedem Fall müsse es "eine lückenlose und absolut transparente Aufklärung" geben.

Auch über Möglichkeiten zur Prävention werden die Bischöfe Zollitsch zufolge nachdenken: Künftige Priester "müssen menschlich und damit auch in sexueller Hinsicht über die Eignung und nötige Reife für ihr Amt verfügen. Dasselbe gilt für alle pastoralen und pädagogischen Mitarbeiter", betonte der Erzbischof. Er trat für eine "Kultur des aufmerksamen Hinschauens" ein. Die Aufforderung zur Wachsamkeit "gilt für uns selbst ganz besonders. Wir müssen den Mut haben, Unrecht sofort beim Namen zu nennen, da wo es passiert."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Kindesmissbrauch
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Deutsche Bischofskonferenz
  4. undefinedDie Leitlinien der Bischofskonferenz zum Vorgehen bei Missbrauchsfällen (26.09.2002)

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.dbk.de

Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
22.02.2010

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