
Kardinal Walter Kasper.
Kardinal: Pauschale Papst-Kritik zeugt von Uninformiertheit
Kasper wirft Käßmann unökumenische Haltung vor
Vatikanstadt. Der vatikanische Ökumene-Minister Kardinal Walter Kasper hat der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Margot Käßmann, unökumenisches Verhalten vorgeworfen.
Ihre Kritik an Papst Benedikt XVI. zeuge zudem von Uninformiertheit, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen am Freitag (22.01.2010) in Radio Vatikan. Käßmann hatte zuvor gesagt, sie erwarte von Benedikt XVI. in der Ökumene "nichts". "Wenn etwas zu erwarten gewesen wäre, hätte sich das bis jetzt gezeigt."
Mit Papstkritik "leicht Stimmung machen"
Kasper sagte, er sei bisher der Meinung gewesen, "dass solche pauschalen gegenseitigen Aburteilungen endgültig der Vergangenheit angehören. Ich habe mich getäuscht und bin enttäuscht". Offenbar werde die internationale ökumenische Diskussion in Deutschland kaum wahrgenommen. Man könne derzeit mit Papstkritik "leicht Stimmung machen und Zustimmung erhalten".
Kasper nannte den Vorwurf einer Unbeweglichkeit im Dialog ungerecht. Es gebe "keinen anderen Kirchenführer, der sich so oft und so nachdrücklich für die Einheit der Christen einsetzt, wie dies Papst Benedikt XVI. seit seiner Wahl vor fast fünf Jahren tut", sagte der Kurienkardinal. Für Benedikt XVI. sei die Ökumene "Pflicht und Herzensanliegen".
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: KNA
22.01.2010
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