
Baumgartner: Gilt das Elternrecht auf Erziehung der eigenen Kinder inzwischen nur noch für die Oberschicht?
Sozialethiker Alois Baumgartner beklagt:
Generalverdacht gegenüber Eltern
München. Der Münchner Sozialethiker Alois Baumgartner fordert ein Ende der öffentlichen Diskriminierung von Eltern, die ihre Kleinkinder selbst erziehen.
Seit dem Aufkommen der politischen Forderung, diesen Eltern "einen bescheidenen Zuschuss zum Familieneinkommen von 150 Euro" zu gewähren, habe ein Wettlauf um die herablassendsten Äußerungen begonnen, moniert Baumgartner in der neuen Ausgabe der "Münchner Kirchenzeitung". Wer sein Erziehungsrecht selbst wahrnehme, unterliege dem Generalverdacht, das Geld zu vertrinken oder für andere Konsumgüter zu verwenden.
Elterngeld für "benzinfressende Luxusschlitten"?
Diese "elende Diskussion" währe schon seit Jahren und sollte sofort beendet werden, so Baumgartner weiter. Bei den bis zu 1.800 Euro, die als Elterngeld an Begüterte gezahlt würden, frage auch niemand, ob sie es im Sinne ihrer Kinder ausgäben oder damit einen "benzinfressenden Luxusschlitten" abzahlten. Es sei aber die Frage, ob das Elternrecht auf Erziehung der eigenen Kinder inzwischen nur noch für die Oberschicht gelte.
Baumgartner verweist in seinem Beitrag auf eine "ungeheure Kehrtwendung in der Familienpolitik". Früher seien Bezieher geringer Familieneinkommen bis zu drei Jahre mit Erziehungsgeld vom Bund und einigen Ländern gefördert worden. Durch das von der großen Koalition eingeführte einkommensabhängige Elterngeld erhielten diejenigen die höchste Förderung, die vor Antritt der Erziehungszeit am meisten verdienten.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Archiv
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