
Im Bistum Münster befinden sich derzeit 65 Männer auf dem Weg zur Priesterweihe. – Im Foto das Bischöfliche Priesterseminar Borromaeum.
842 Männer in Seminaren
Zahl der Priesterseminaristen geht erneut zurück
München. Die Bistümer in Deutschland müssen auf absehbare Zeit mit immer weniger eigenen Neupriestern auskommen. 2009 sank die Gesamtzahl der Priesteramtskandidaten in den Diözesen auf einen neuen Tiefstand, wie die Deutsche Regentenkonferenz am Donnerstag (26.11.2009) in München mitteilte.
Demnach bereiten sich derzeit 842 Männer auf den Dienst als katholische Geistliche in den Seminaren der Bistümer vor; im Bistum Münster sind es derzeit 65. Vor zehn Jahren waren es noch 1.122. Die Zahl der Neueintritte sank mit 161 ebenfalls bis unter das bisher niedrigste Niveau, das 2004 erreicht worden war. Für den Priesternachwuchs der Orden liegen keine Zahlen vor.
"Ernüchternde Daten"
Konferenzsprecher Franz Joseph Baur sprach von "ernüchternden Daten". Diese lägen jedoch in einem seit mehreren Jahren zu beobachtenden Trend, der parallel zur Entwicklung bei den Gottesdienstbesuchern und kirchlichen Eheschließungen verlaufe.
In den vergangenen zehn Jahren sei das zahlenmäßige Niveau bei den Neueintritten um 20 Prozent zurückgegangen. Umso dringlicher sei das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene "Jahr der Priester". Die Mitverantwortung aller Gläubigen für den Priesterberuf und Priesternachwuchs müsse im Bewusstsein gehalten werden.
Glaubensmut und Risikofreude
Baur sagte, er hoffe, dass sich die verschiedenen Initiativen im Rahmen dieses Jahres auch konkret in der Statistik 2010 niederschlagen würden. Dazu müssten Glaubensmut und Risikofreude bei den Kandidaten und ihrem Umfeld wachsen.
Einen Druck, aufgrund des verschärften Priestermangels auch weniger geeignete Männer zur Weihe zur führen, verneinte der Regens. Die Bischöfe hielten die Verantwortlichen in der Priesterausbildung vielmehr dazu an, keine faulen Kompromisse zu schließen, sagte Baur in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur.
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Text: göc,
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Archiv
26.11.2009
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