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11.02.2012
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Papst

Papst Benedikt XVI.

Benedikt XVI. besucht Tschechische Republik

Papst ermutigt Christen und erinnert an Mauerfall

Brno / Prag. Am zweiten Tag seiner Tschechien-Reise hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag (27.09.2009) am Flughafen von Brno (Brünn) eine Messe unter freiem Himmel gefeiert. Mit rund 100.000 Teilnehmern war der Gottesdienst in der Provinzhauptstadt der katholisch geprägten Region Südmähren die größte Veranstaltung des dreitägigen Pastoralbesuchs.

In der Predigt rief Benedikt XVI. die Katholiken zu einem entschlossenen Eintreten für ihren Glauben auf. Viele Formen der Armut in der aktuellen Gesellschaft entstünden aus menschlicher Isolation und aus einer Ablehnung Gottes. Am Ursprung stehe ein "tragisches Verschließen des Menschen in sich selbst, der meint, sich selbst genügen zu können".

Glauben nicht aus Gesellschaft verdrängen

Die gegenwärtige Kultur in Tschechien stelle eine "radikale Herausforderung für den Glauben" dar, sagte Benedikt XVI. Er kritisierte eine Verdrängung von Religion ins Privatleben und eine Verkürzung menschlicher Hoffnung auf wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt.

Mit Blick auf die kommunistische Vergangenheit warnte Benedikt XVI. vor einer Verdrängung des Glaubens aus der Gesellschaft: Die Erfahrung der Geschichte zeige, "zu welcher Sinnlosigkeit der Mensch gelangt, wenn er Gott von seinem Entscheidungs- und Handlungshorizont ausschließt".

Am Sonntagabend (27.09.2009) steht in Prag eine akademische Rede vor Hochschullehrern und Studierenden auf dem Programm. Bereits nach seiner Ankunft in Prag am Samstag (26.09.2009) hatte Benedikt XVI. die Tschechen aufgerufen, nach der Überwindung des Kommunismus vor 20 Jahren zu den christlichen Wurzeln zurückzufinden.

Wende war "Scheidepunkt der Weltgeschichte"

Benedikt XVI. erinnerte bei seiner Ankunft an den Sturz des Kommunismus vor 20 Jahren. Der Fall der Berliner Mauer stelle "einen Scheidepunkt in der Weltgeschichte dar", sagte der Papst. Die Befreiung von unterdrückerischen Regimen habe die Länder Mittel- und Osteuropas befähigt, ihren "rechtmäßigen Platz als unabhängige Akteure im Konzert der Völker einzunehmen".

In einer Grundsatzrede in der Prager Burg warb der Papst für ein freiheitliches Europa aus den Wurzeln des Christentums. Zwei Jahrzehnte nach der politischen Wende im Osten verlange gerade die junge Generation eine Antwort auf die Frage nach dem Ziel der gewonnenen Freiheit, so Benedikt XVI. vor Diplomaten, Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft. "Gemeinsam müssen wir das Ringen um die Freiheit und die Suche nach der Wahrheit in Angriff nehmen", forderte der Papst: "Für Christen hat die Wahrheit einen Namen: Gott."

Freiheit allein nicht ausreichend

Nachdrücklich wandte sich Benedikt XVI. gegen einen bloßen Liberalismus. Strukturen der Freiheit seien wichtig, aber nicht ausreichend: "Die Sehnsüchte der Menschen übersteigen sie selbst und das, was jegliche politischen und wirtschaftlichen Mächte bieten können."

Staatspräsident Vaclav Klaus begrüßte den Papst in Tschechien und nannte ihn eine herausragende intellektuelle und geistliche Autorität. Benedikt XVI. stelle sicher, dass "die Werte, auf denen unsere Zivilisation seit 2.000 Jahren basiert, nicht in der turbulenten Gegenwart verloren gehen."

Benedikt XVI. verwies in seiner Ansprache auf die Leiden der Kirche während der vier Jahrzehnte politischer Unterdrückung. Er sprach von einem "skrupellosen Versuch der Regierung, die Stimme der Kirche zum Schweigen zu bringen". Zugleich zollte er den Katholiken der damaligen Tschechoslowakei Anerkennung, die ein "unbeugsames christliches Zeugnis angesichts der Verfolgung" gegeben hätten. An Klaus gewandt sagte der Papst: "Ich weiß von Ihrem Wunsch, dass die Religion eine größere Rolle in den Belangen dieses Landes spielen möge." Angesichts der jetzt herrschenden Religionsfreiheit sollten die Tschechen die christlichen Traditionen, die ihre Kultur geprägt hätten, wiederentdecken.

Zweite Osteuropa-Reise

Der dreitägige Besuch Benedikts XVI. in Tschechien ist der zweite in einem Land des früheren Ostblocks nach Polen 2006. Anlass und Höhepunkt der 13. Auslandsreise des Papstes ist der jährliche Gedenktag des Nationalheiligen Wenzel von Böhmen aus dem 10. Jahrhundert, der am Montag (28.09.2009) begangen wird. Benedikt XVI. feiert dazu den traditionellen Festgottesdienst in Stara Boleslav (Altbunzlau) bei Prag.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Papst Benedikt XVI.

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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