
Papst Benedikt XVI.
Papst Benedikt appelliert an den Gipfel der G-20-Staaten:
Wirtschaftskrise ohne Protektionismus lösen
Vatikanstadt. Papst Benedikt XVI. hat in einer Botschaft an den Londoner G-20-Gipfel die Staaten und internationalen Organisationen zur gemeinsamen Suche nach Auswegen aus der globalen Wirtschaftskrise aufgefordert. Dabei müssten nationalistische und protektionistische Lösungen vermieden werden, mahnte das Kirchenoberhaupt in seinem am Mittwoch (01.04.2009) im Vatikan verbreiteten Schreiben an Großbritanniens Premierminister Gordon Brown.
Bei seiner jüngsten Reise nach Kamerun und Angola habe er erlebt, dass die afrikanischen Staaten besonders unter der Krise litten, schreibt Benedikt XVI. Jedoch sei außer Südafrika kein Staat südlich der Sahara bei dem Gipfel vertreten. Die Teilnehmer des Treffens müssten sich vor Augen halten, dass diejenigen, deren Stimme am wenigsten politisches Gewicht habe, am schwersten von der Krise betroffen seien, für die sie nicht verantwortlich seien.
Umgekehrt hätten gerade jene Staaten ein enormes Potenzial, um zum Fortschritt aller beizutragen, erläuterte der Papst. Es sei daher wichtig, die multilateralen Mechanismen und Strukturen der UNO zu nutzen, um die Stimme aller Länder zu hören. Man müsse sicherstellen, dass die vom Gipfeltreffen unternommen Schritte und Maßnahmen von allen mitgetragen würden.
Die aktuelle Krise habe ihre Ursache letztlich in einem Ethik-Defizit der Wirtschaftsstrukturen, führte der Papst aus. Sie habe auch das "Gespenst einer Streichung oder drastischen Reduzierung der Hilfsprogramme vor allem für Afrika und andere unterentwickelte Länder ausgelöst". Benedikt XVI. erinnerte die Staaten an ihre Selbstverpflichtung, die extreme Armut bis zum Jahr 2015 zu beseitigen. "Dies bleibt eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit", so der Papst.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
01.04.2009
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