
Papst Benedikt: "Es gibt nichts Schöneres, als vom Evangelium, von Christus gefunden zu werden."
Papst Benedikt XVI. zu Mission und Laienengagement
Mission ist unverzichtbare Aufgabe der Kirche
Vatikanstadt. Papst Benedikt XVI. hat die Mission als unverzichtbare Aufgabe von Kirche und Christen in der Welt und für die Menschheit bezeichnet. Mission sei gerade in einer Zeit notwendig, in der eine gewisse Orientierungslosigkeit herrsche und sich ein Humanismus ausbreite, der Gott auszublenden versuche, sagte er am Freitag (21.05.2010) vor dem Leitungsrat der Päpstlichen Missionswerke im Vatikan. Diese Botschaft beinhalte die unabänderlichen Werte der menschlichen Person nach dem Heilsplan Gottes und rufe damit zu einer gerechteren und solidarischeren Gesellschaft auf.
Wer die christliche Botschaft verkünde, begegne unweigerlich Anfeindungen, Widerstand und Leiden, räumte der Papst ein. Denn er stoße auf Widerstände und auf die Mächte dieser Welt. Die Mission unter den Völkern verlange daher auch eine Armut aus dem Evangeliums, Gewaltlosigkeit und Bereitschaft, das eigene Leben für Christus und für die Liebe zu den Menschen hinzugeben, sagte Benedikt XVI.
"Den Mitmenschen Gott zeigen"
Christen und Kirche seien überzeugt, dass Jesus mit seinem irdischen Leben, mit seinem Tod und seiner Auferstehung der "hauptsächliche Antrieb für die wirkliche Entwicklung eines jeden Menschen und der gesamten Menschheit" sei, führte der Papst aus.
Aufgabe jedes Christen sei es, den Mitmenschen Gott zu zeigen. "Es gibt nichts Schöneres, als vom Evangelium, von Christus gefunden zu werden. Es gibt nichts Schöneres, als ihn zu kennen und anderen die Freundschaft mit ihm zu schenken", sagte Benedikt XVI. Die Predigt des Evangeliums sei ein unschätzbarer Dienst, die die Menschen der ganzen Menschheit bieten könne.
Laien sollen aktiv am politischen Leben teilnehmen
Vor der Vollversammlung des Päpstlichen Laienrates am selben Tag sagte der Papst, dass die Kirche sich nicht selbst in die Politik einmischen könne und dürfe. Es sei freilich Aufgabe der katholischen Laien, aktiv am politischen Leben teilzunehmen und christliche Kriterien in das gesellschaftliche Leben hineinzubringen. Dieses Engagement von christlichen Politikern müsse sich an dem Prinzipien der Katholischen Soziallehre orientieren und für Menschenwürde, Solidarität und Subsidiarität eintreten.
Die Christen strebten keine politische oder kulturelle Vorherrschaft an, stellte der Papst klar. Aber sie hätten die Aufgabe, sich im Rahmen der Demokratie um Mehrheiten für die Verteidigung des Lebens und der Freiheit, für den Schutz der Wahrheit und das Wohl der Familie, für Solidarität mit den Armen und das Gemeinwohl zu bemühen.
"Konfuser kultureller Relativismus"
Das Engagement christlicher Politiker sei angesichts eines konfusen kulturellen Relativismus derzeit ganz besonders gefragt, unterstrich der Papst. Ein individualistisches Nützlichkeitsdenken schwäche heute die Demokratie und leiste einer Vormachtstellung des Stärkeren Vorschub. Notwendig sei daher eine echte politische Klugheit, die den jeweiligen Kompetenzen Rechnung trägt, die Forschung und Wissenschaft kritisch nutzt, und die der Realität in all ihren Aspekten Rechnung trägt.
Die also "über jede ideologische Beschränkung oder utopische Anmaßung hinausgehe, und die für ehrlichen Dialog und Zusammenarbeit offen sei, so der Papst. Zu dieser Klugheit gehöre auch die Einsicht, dass Politik eine komplexe Kunst des Ausgleichs zwischen Idealen und Interessen sei. Christen dürften dabei nicht vergessen, dass Intelligenz des Glaubens und Intelligenz der Realität zusammengehörten.
Botschaft der Befreiung
Das Evangelium sei eine Garantie der Freiheit und eine Botschaft der Befreiung, unterstrich Benedikt XVI. vor den Delegierten des Laienrates. Die Prinzipien der Katholischen Soziallehre seien weiterhin von großer Aktualität und hohem Wert, um neue Wege der Entwicklung "im Dienst des ganzen Menschen und aller Menschen" zu fördern.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
21.05.2010
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