
Der Schutz des Sonntags wurde durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts gefestigt. Einkaufen am Sonntag bleibt eine Ausnahme.
Berliner Ladenschluss teilweise verfassungswidrig
Kirchen begrüßen Entscheidung zum Sonntagsschutz
Bonn / Karlsruhe / Berlin. Evangelische und katholische Kirche haben am Dienstag (01.12.2009) die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Sonntagsschutz begrüßt. Ihr zufolge verstößt die Regel des Landes Berlin, die eine Ladenöffnung an allen vier Adventssonntagen erlaubt, gegen den Sonntagsschutz des Grundgesetzes. Zudem werde das Recht auf Religionsfreiheit verletzt. Das Gericht entsprach damit teilweise den Verfassungsbeschwerden der evangelischen Berliner Landeskirche und des Erzbistums Berlin. Kirchenvertreter zeigten sich in einer gemeinsam Pressemitteilung erfreut und erleichtert.
Der Erzbischof von Berlin, Kardinal Georg Sterzinsky, und der evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg, Markus Dröge, sagten: "Das Urteil stärkt die christlich geprägte Feiertagskultur in unserem Land und stärkt den Schutz des Sonntags, der in unserer Verfassung garantiert ist. Das Urteil ist ein Gewinn für die Lebensqualität. Der Rhythmus von Arbeit und Freizeit ist wichtig für die Gesellschaft und jeden einzelnen Menschen."
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischöfin Margot Käßmann, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, betonten: "Mit dem Sonntagsschutz wird eine wichtige soziale Institution gewahrt, die kulturelle Qualität des Zusammenlebens und der Raum für die Freiheit der Religionsausübung. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass der Sonntag als Tag der Arbeitsruhe, der Besinnung und des Gottesdienstes erhalten bleibt. Es ist ein Tag für die Familie, für das ehrenamtliche Engagement in Vereinen und Initiativen und der Begegnung, ein Tag, der sich erkennbar von den Werktagen unterscheidet." Nun werde es Aufgabe der Bundesländer sein, die Balance zwischen Werk- und Sonntagen neu zu gestalten.
Kardinal Sterzinsky und Landesbischof Dröge betonten, der Sonntag trage maßgeblich zur Qualität des menschlichen Zusammenlebens bei. Zwar habe sich die Erwartung an den Sonntag in der modernen Gesellschaft verändert. Doch stehe dem Sonntag eine bleibende Bedeutung zu. Sie liege in der gemeinsamen freien Zeit für Familien, Freunde und Nachbarn, in der Gewährleistung eines wiederkehrenden Rhythmus von Arbeit und Ruhe, und für die Christen im Gottesdienst und im Gebet. Zollitsch und Käßmann erklärten: "Das ist heute ein guter Tag zum Schutz des Sonntags und ein klares Signal gegen überbordenden Konsum."
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Text: pd, jjo | Foto: Norbert Ortmanns
01.12.2009
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