Studie:
Katholische Kirche steht in Medien schlecht da
Zürich. Der Umgang der katholischen Kirche in Deutschland mit den Missbrauchsvorwürfen verstärkt laut einer Studie ein negatives Kirchenbild in den Medien. Wie das Züricher Forschungsinstitut Media Tenor jetzt weiter mitteilte, gab es bereits seit dem vergangenen Herbst in den Nachrichtensendungen von ARD und ZDF kaum noch positive Meldungen über die katholische Kirche.
"Die katholische Kirche hat ihren Sympathiebonus, den sie durch die Wahl Josef Ratzingers zum ersten deutschen Papst seit 500 Jahren gewonnen hat, endgültig aufgebraucht", fasste der Präsident von Media Tenor International, Roland Schatz, die Untersuchungsergebnisse zusammen.
1.345 Berichte analysiert
Für die Analyse waren insgesamt 1.345 Berichte über die katholische Kirche in der Tagesschau und den Tagesthemen der ARD, den ZDF-Sendungen "heute" und "heute journal" sowie in den Sieben-Uhr-Nachrichten des Deutschlandfunks ausgewertet worden.
Den Umgang des Jesuitenordens und der Bischöfe mit den Missbrauchsvorwürfen nannte Schatz "nicht sonderlich professionell". Die Kommunikation der eigenen Maßnahmen sei nur zögerlich erfolgt. Bei einem derart defensiven Kommunikationsstil sei es nicht verwunderlich, dass die Kritiker die Oberhand behielten.
Verlorenes Vertrauen zurückgewinnen
Vor diesem Hintergrund riet Schatz den Bischöfen zu einer offensiveren Herangehensweise: "Nur ein absolut offener Umgang mit den Vorwürfen, der auch vor dem Episkopat nicht Halt macht, kann den Weg dazu öffnen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen."
Insgesamt ist die katholische Kirche seit Amtsantritt von Erzbischof Robert Zollitsch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz laut Media Tenor zunehmend aus dem Blick der Öffentlichkeit geraten. Ohne nachhaltige Sichtbarkeit der christlichen Botschaft und der kirchlichen Aktivitäten könne die Kirche aber das Vertrauen der Menschen, die ihr nicht mehr nahe stehen, kaum erhalten.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
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