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12.03.2010
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Sekretär Langendörfer zum Missbrauchs-Skandal

Bischofskonferenz weist Kritik an Krisenmanagement zurück

Bonn. Die katholische Kirche weist Vorwürfe mangelhaften Krisenmanagements im aktuellen Missbrauchsskandal zurück. "Wir ducken nicht weg, wir wollen die Aufklärung", sagte der Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, am Samstag (06.02.2010). Grundsätzlich hätten die Bischöfe mit den 2002 verabschiedeten Leitlinien ein "gutes System" geschaffen, um Fälle von sexuellem Missbrauch aufzuklären. Die Vorschriften sehen in den Diözesen unter anderem den Einsatz von Ansprechpartnern vor, an die sich Betroffene wenden können. Kritiker halten einige der von der Kirche beauftragten Kontaktpersonen jedoch für befangen.

Bislang, so Langendörfer, habe es über die Richtlinien seines Wissens nach keine Klagen gegeben. Wohl aber müsse nun geklärt werden, ob die Umsetzung überall optimal erfolgt sei. "Über Verbesserungen können wir reden", so der Bischofskonferenz-Sekretär. "Es wäre ja ein ganz furchtbarer Selbstwiderspruch, wenn wir unser Anliegen, Transparenz zu schaffen, Öffentlichkeit herzustellen, selber verunmöglichen."

"Nicht nur kirchenrechtlich ahnden"

In einem Gespräch mit "Spiegel Online" betonte Langendörfer das Anliegen der Bischöfe, Fälle von Missbrauch nicht nur kirchenrechtlich zu ahnden. "Wir legen großen Wert darauf, dass bei der Aufklärung die Staatsanwaltschaft ihren Pflichten nachkommen kann." Sexueller Missbrauch Minderjähriger sei sowohl nach kirchlichem als auch nach staatlichem Recht eine Straftat. Die Leitlinien ermöglichten in diesem Zusammenhang "ein einheitliches, konsequentes und transparentes Vorgehen".

Über die bislang bekannt gewordenen Fälle zeigte sich der Jesuiten-Pater erschüttert. "Ich erlebe in diesen Tagen eine Seite der Kirche, aber auch meines Ordens, die richtig dunkel ist und die mich erschreckt", sagte Langendörfer. Ihn bewege besonders "das unglaubliche Unglück, das Geistliche in das Leben von jungen Leuten gebracht haben". Zugleich dementierte Langendörfer unter Hinweis auf einschlägige wissenschaftliche Studien die Vermutung, dass die Ehelosigkeit der Priester eine Ursache von Kindesmissbrauch sei.

Weitere Fälle erwartet

Nach Langendörfers Worten rechnen die deutschen Bischöfe damit, dass demnächst noch weitere Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche bekannt werden. "Es wäre etwas wirklichkeitsfremd zu behaupten, alles was jetzt bekannt geworden ist, ist es gewesen", sagte der Sekretär der Bischofskonferenz. Der Jesuiten-Pater bezog sich dabei auf den aktuellen Skandal in seinem Orden sowie auf Recherchen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Demnach wurden in den vergangenen 15 Jahren in 24 Bistümern 94 Kleriker und Laienmitarbeiter des Missbrauchs beschuldigt.

Wie viele dieser Fälle sich auf Ereignisse vor 1995 beziehen, berichtet der "Spiegel" nicht. Zahlreiche Taten sind jedoch den Angaben zufolge verjährt. 30 Personen seien strafrechtlich verurteilt worden. Gegenwärtig stünden 10 Kirchenmitarbeiter unter Missbrauchsverdacht. Von den 27 angefragten Bistümern antworteten laut "Spiegel" 24. Die Diözesen Limburg, Regensburg und Dresden-Meißen gaben keine Auskunft.

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