Blick ins Nachbarbistum: Overbeck bittet um Entschuldigung
49 Hinweise zu sexuellem Missbrauch in Essen
Essen. 49 Hinweise zu sexuellem Missbrauch hat es nach Angaben der Missbrauchsbeauftragten des Bistums Essen, Dorothee Trynogga, in den zurückliegenden Wochen gegeben. Mit 12 Opfern habe es Gespräche gegeben, hieß es bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (05.05.2010) in Essen.
Die Hinweise beträfen 22 Priester, 5 Ordensgeistliche, 1 Diakon und 4 hauptamtliche Laienmitarbeiter. Die meisten Fälle habe es in den 50er, 60er und 70er Jahre gegeben.
Bischof Franz-Josef Overbeck sieht bei der Entschädigung von Missbrauchsopfern zuerst die Täter in der Pflicht. Zuerst seien die betroffenen Geistlichen zu belangen, sagte der Ruhrbischof. Bei der Frage einer finanziellen Entschädigung durch die Kirche äußerte sich Overbeck skeptisch: "Geld wiegt den entstandenen Schaden nicht auf." Es könne auch als Schweigegeld missverstanden werden.
"Kirche hat sich schuldig gemacht"
Overbeck bat die Opfer sexueller Gewalt im Ruhrbistum um Entschuldigung. "Missbrauch darf keinen Platz in der Kirche haben", sagte er. Schuldige seien nach den Gesetzen des Staates und nach Maßgabe der Kirche zu bestrafen. Auch die Kirche habe sich schuldig gemacht, wann immer sie weggesehen, die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen, solche Taten vertuscht und nicht angezeigt habe.
Overbeck sagte, dass es der Kirche nun in erster Linie um die Opfer und die Anerkennung ihres Leides gehe. So sehr die Wunde auch schmerze: die Wahrheit müsse aufgedeckt werden, so der Bischof. Die Kirche habe eine Lerngeschichte hinter sich, wie sie mit Missbrauchsfällen umgehe. Er sicherte den Opfern "menschliche, therapeutische und seelsorgliche Hilfe" zu. Zudem bekundete er den Wunsch, mit Opfern und ihren Angehörigen zu sprechen.
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Text: göc,
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
05.05.2010
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