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24.05.2012
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Kardinal von Galen

Kardinal von Galen.

Seliger Clemens August Kardinal von Galen

Der "Löwe von Münster"

Clemens August Graf von Galen kam am 16. März 1878 auf Burg Dinklage im Landkreis Vechta zur Welt. Er war das elfte von 13 Kindern der gräflichen Familie. Seine Eltern waren Ferdinand Heribert Graf von Galen und dessen Frau Elisabeth, geborene Reichsgräfin von Spee.

Nach seiner Schulzeit, die er teils in Vechta, teils im Jesuitenkolleg Feldkirch in Österreich verbrachte, begann Clemens August gemeinsam mit seinem Bruder Franz ein Studium der Literatur, Geschichte und Philosophie. Nach einer Romfahrt und einer Privataudienz bei Papst Leo XIII. im Jahr 1898 fühlte er jedoch die Berufung zum Priesteramt und er wechselte die Studienrichtung. Seine universitäre Laufbahn führte ihn über Innsbruck nach Münster, wo er am 28. Mai 1904 zum Priester geweiht wurde.

Pfarrer von St. Lamberti

Zwei Jahre lang war er dann Domvikar und Kaplan seines Onkels Weihbischof Maximilian Gereon Graf von Galen, ehe er für fünf Jahre an eine Kaplansstelle in Berlin-Schöneberg wechselte. Bis 1929, als er zum Pfarrer der münsterschen Stadtkirche Sankt Lamberti ernannt wurde, bleib von Galen als Kaplan, Kurat und Pfarrer in Berlin.

Am 5. September 1933 wurde er von Papst Pius XI. zum Bischof von Münster ernannt. Die Bischofsweihe im Sankt-Paulus-Dom war am 28. Oktober 1933. Als Bischof trat er vehement gegen die von den Nationalsozialisten propagierte Rassenlehre ein. Insbesondere seine drei Predigten gegen die so genannte Euthanasie in den Heilanstalten für Geisteskranke, die er im Juli und August 1941 in der münsterschen Lambertikirche hielt, machten ihn zu einer Symbolfigur des Widerstands in Westfalen und verschafften ihm den Beinamen "Der Löwe von Münster".

Unter Beobachtung der Nazis

"Wenn einmal zugegeben wird, dass Menschen das Recht haben, unproduktive Mitmenschen zu töten, … dann ist Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben", predigte von Galen am 3. August 1941.

Es war kein Geheimnis, dass das NS-Regime den Bischof aufs Schärfste beobachtete. Gerne hätte man den missliebigen Gottesmann zur Seite geschafft. Der damalige Leiter der NSDAP-Parteikanzlei, Martin Bormann, machte schriftlich den Vorschlag, "dass nämlich der Bischof von Münster erhängt wird".

Erhebung zum Kardinal

Dieser Plan wurde nur deshalb nicht in die Tat umgesetzt, weil die Parteiführung die große Beliebtheit von Galens fürchtete. Überall in Westfalen, aber auch im restlichen Deutschland und in den angrenzenden Staaten, wurden die Predigten des münsterschen Oberhirten heimlich kopiert und verteilt.

Nach Kriegsende wurde Bischof von Galen zum Kardinal ernannt. Am 21. Februar 1946 bekam er in Rom die purpurnen Insignien überreicht. Die Rückkehr nach Münster glich einem Triumphzug: Auf den Trümmern des total zerstörten Domes feierte er mit tausenden Begeisterten seine erste heilige Messe als Kardinal.

Blinddarmdurchbruch

Nur wenige Tage später erkrankte er schwer. Ein Blinddarmdurchbruch setzte seinem segensreichen Wirken am 22. März 1946 ein jähes Ende. Beigesetzt wurde Bischof Clemens August, der "Löwe von Münster", in der kriegszerstörten Ludgeruskapelle des Domes.

Seit dem Oktober 1956 lief das Seligsprechungsverfahren, das am 9. Oktober 2005 seinen erfolgreichen Abschluss fand. Papst Benedikt XVI., der nach der Seligsprechungszeremonie im Petersdom die Reliquien Galens verehrte, stellte anschließend die Bedeutung des Seligen auch für die heutige Zeit heraus: "Das Motto des neuen Seligen lautete 'Nec laudibus, nec timore' (Weder Lob noch Furcht). Dieses Prinzip soll auch unser Handeln zur Ehre Gottes und zum Wohl der Menschen bestimmen."

Text: Thomas Mollen | Foto: Archiv
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