
An erster Stelle in der deutschen Werte-Skala: die Familie.
Werte-Umfrage:
Familie ist am wichtigsten
Stuttgart. Familie steht nach einer Erhebung für die Deutschen ungebrochen ganz oben auf der persönlichen Werteskala. 52 Prozent von 1.000 repräsentativ ausgewählten Befragten gaben in der vom Magazin "Reader's Digest" in Auftrag gegebenen Umfrage Familie als wichtigsten Wert an, wie die Zeitschrift am im Juni 2007 in Stuttgart mitteilte.
Auf den zweiten Platz mit 35 Prozent kam Ehrlichkeit, gefolgt von Freiheit mit 13 Prozent. Tradition fand dagegen nur bei einem Prozent der Befragten Zustimmung, "Einfluss auf andere" überhaupt keine. In einem ersten, nicht repräsentativen Teil der Studie waren rund 1.000 Frauen und Männer aufgefordert worden, 24 ausgesuchte Werte nach Wichtigkeit zu ordnen.
Dabei kamen Ehrlichkeit auf 74 Prozent, Familie auf 68, Gerechtigkeit auf 64 und Respekt vor anderen auf 61 Prozent. Tugenden wie Fleiß, Leistungsbereitschaft, Sparsamkeit, Respekt vor Autoritäten, religiöser Glaube oder Patriotismus landeten auf den letzten Plätzen.
"Spaltung des Wertebewusstseins"
Der Leiter der Studie, der Münchner Werteforscher Joachim Behnke, äußerte sich besorgt über eine zu beobachtende Spaltung des Wertebewusstseins in den Bildungsschichten. Die Umfrage habe gezeigt, dass der Wert Ehrlichkeit bei den Befragten mit Abitur oder Hochschulabschluss nur 30 Prozent Zustimmung erziele, während 46 der Befragten mit Hauptschulabschluss diesen Wert auf Platz 1 gesetzt hätten.
Behnke wertete eine solche Diskrepanz als bedenklich: Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft kämen an den Schulen möglicherweise zu kurz; stattdessen werde die Durchsetzung der jeweils eigenen Interessen gefördert. Dies könne auf Dauer dazu führen, dass aus dem Satz "Der Ehrliche ist der Dumme" ein Slogan "Der Dumme ist der Ehrliche" werde.
Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
19.06.2007
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