
Die erste Station des Bücker-Kreuzwegs in Telgte zeigt "Das Todesurteil", die Begegnung zwischen Jesus und Pilatus. Auffallend ist die nachösterliche Gestaltung, die Bücker wählte: Die Dornenkrone Jesu ist ohne Dornen und erinnert mehr an eine Königskrone oder einen Siegerkranz.
Erläuterungen von Egon Dammann zum Bücker-Kreuzweg in Telgte
Durchdacht vom Geist der Hoffnung
Telgte. Der Warendorfer Egon Dammann hat eine Broschüre über den Telgter Kreuzweg des Künstlers Heinrich Gerhard Bücker aus Beckum-Vellern herausgegeben. Seine eigene Unsicherheit wurde zur treibenden Kraft für diese Broschüre.
In den 1970er-Jahren hat sich Egon Dammann das erste Mal mit dem Telgter Kreuzweg von Heinrich Gerhard Bücker beschäftigt. An Karfreitag besuchte er mit seinen drei Kindern den damals neuen Kreuzweg des Vellerner Künstlers im Park hinter dem Mühlenhof in den Telgter Emsauen. Doch schon bei der zweiten Station sei er unsicher geworden, schreibt Dammann im Vorwort seines Buchs. Eine Unsicherheit, die ihn auf die Suche nach Antworten führte.
Verwirrend
"Welch rätselhafte Darstellung", dachte er beim Betrachten der überlebensgroßen Bronzefiguren. "Ist das überhaupt der Leidensweg eines zur Folter und zum Tode Verurteilten?" Verwirrt habe er damals den Rundgang abgebrochen, um sich zunächst kundig zu machen. Mittlerweile hat der Warendorfer Antworten auf seine Fragen gefunden und in einer Broschüre veröffentlicht.
Dammann fand einen Geistlichen, der eine Interpretation des Kreuzwegs erarbeitet hatte. Bei einem Besuch des Künstlers in Beckum-Vellern sei ihm bestätigt worden, "dass der vorherrschende Gedanke bei der Gestaltung des Kreuzwegs gewesen sei, keine bisher bekannten üblichen Aussagen zu wiederholen, sondern zum Nachdenken anzuregen".
Vielen Menschen verlange der Bücker-Kreuzweg bei der ersten Begegnung einen Dialog ab und fordere zum Mitdenken heraus. Als er mit dem Geistlichen erneut den Bücker-Kreuzweg ging, hat Dammann die gefundenen Antworten aufgeschrieben. Sie sind in der Broschüre nachzulesen, die der Fotograf Konrad Ottenheym bebildert hat. Außerdem gibt Egon Dammann dem Betrachter Meditationen für die einzelnen Stationen mit auf den Weg.
Lebenssinn
Die Darstellungen seien "durchdacht vom Geist der Hoffnung", sagt Dammann. "Der Bücker-Kreuzweg führt in die Tiefe des Lebenssinns, eröffnet die mystische Begegnung mit der Menschwerdung Gottes und provoziert, neu zu denken."
Die Broschüre ist in den Telgter und Warendorfer Buchhandlungen erhältlich und kostet 7,50 Euro. Bei Poertgen-Herder in Münster kann die Broschüre bestellt werden, Tel. 02 51/49 01 40.
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Text: Almud Schricke | Foto: Ottenheym in Kirche+Leben
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